Tierlexikon: Paradieskranich

Paradieskranich im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Paradieskranich im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Anthropoides paradiseus/Grus paradisea
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Namibia, Südafrika, Botswana, Lesotho, Swasiland, Simbabwe
Lebensraum:
Grassteppen und Sumpflandschaften
Gattung:
Anthropoides
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gefährdet

Der Paradieskranich lebt außerhalb der Paarungszeit in großen Schwärmen, die auch über 300 Vögel stark sein können. In der Brutsaison sondern sich die einzelnen Pärchen dann von der Gruppe ab.
Der Paradieskranich erreicht eine Größe von etwa einem Meter und wird ca. fünf Kilo schwer. Typisch für die Art ist das äußerlich von ganz graue Gefieder und die schwarzen Federn an der Innenseite der Flügel, die manchmal bis auf den Boden reichen können.
Der Paradieskranich ist ein Allesfresser, der Insekten, Schnecken und Amphibien ebenso wie Samen und Früchte verzehrt.
Zur Paarungszeit verlängern sich die seitlichen Kopffedern beider Geschlechter und Männchen und Weibchen suchen sich mit langen Rufduellen. Hat sich ein Paar gefunden, kommt es zum rituellen und charakteristischen Balztanz, der aus Hüpfen, Verbeugungen und Flügelschlägen besteht. Der Paradieskranich baut sein Nest auf dem Boden und das Weibchen legt fast immer zwei Eier, die von beiden Elternteilen etwa einen Monat lang ausgebrütet werden. Nur wenige Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Küken das Nest und folgen den Eltern. Zur Nahrungssuche fliegt in dieser Zeit immer ein Elternteil alleine, während das andere den Nachwuchs bewacht. Nach drei Monaten werden die Jungen dann selbstständig.
Wegen des aufwendigen Balztanzes erfährt der Paradieskranich bei den Eingeborenen im südlichen Afrika dieselbe Verehrung wie andere Kranicharten bei den Eingeborenen in Asien, Europa und Amerika. Zudem ist er ist der Nationalvogel des Staates Südafrika. Seit den 1970er Jahren sinkt der Bestand des Paradieskranichs stetig. Ursachen hierfür sind der verstärkte Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, die Zerstörung ihres Lebensraumes und die immer häufigeren Hochspannungsleitungen, an denen viele Vögel im Flug sterben.