Tierlexikon: Pfau

Pfau im Raritätenzoo Ebbs - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Pfau im Raritätenzoo Ebbs – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Pavo cristatus
Verbreitung kontinental:
Asien, Australien, Amerika
Verbreitung regional:
Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan, Sri Lanka, Australien, Bahamas, Neuseeland, Singapur, USA
Lebensraum:
offene, hügelige Wälder in der Nähe von Gewässern
Gattung:
Asiatische Pfauen
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Pfau, auch Blauer Pfau genannt, lebt in sogenannten Haremsverbänden, die aus einem Männchen und bis zu fünf Weibchen bestehen. Während der Pfau den Tag über auf dem Boden nach Nahrung sucht, so schläft er doch jede Nacht auf einem Baum. Am aktivsten sind die Vögel in der Dämmerung.
Der Pfau ist mit einer Körperlänge von bis zu einem Meter und einem Gewicht von über vier Kilo einer der größten wildlebenden Hühnervögel. Er hat ein ausgezeichnetes Gehör und einen feinen Geruchssinn. Wie die meisten Hühnervögel liebt es der Pfau ein Staubbad zu nehmen. Er ist trotz seiner Größe in der Lage zu fliegen, jedoch kommt er weder hoch noch weit. Typisch für die Art ist die Federkrone, die beide Geschlechter besitzen. Männchen und Weibchen sind gut am Gefieder zu unterscheiden. Während das Weibchen unauffällig weiß und braun gefärbt ist, zählt das Männchen zu den schönsten Vögeln überhaupt. Er hat ein grün-blau schimmerndes Gefieder und eine lange Feder-Schleppe mit den charakteristischen „Augen“, die aus über 200 Federn besteht. Die Schleppe dient der Balz. Um ein Weibchen zu beeindrucken, schlägt das Männchen sein berühmtes Rad und erzeugt damit ein metallisch zitterndes Klappern. Entdeckt der Pfau ein Raubtier, so lässt er seinen sehr lauten, berühmten Ruf erklingen und warnt so in der Wildnis nicht nur seine Gruppe, sondern auch andere Arten vor dem nahenden Räuber.
Der Pfau ist ein Allesfresser, er ernährt sich von Samen, Trieben und Früchten ebenso wie von Ameisen und Reptilien. In Indien ist der Pfau dafür berühmt, dass er selbst giftige Kobras ohne Probleme erlegt und frisst, was in bei den Einheimischen sehr beliebt macht. Jeden Tag begibt sich er sich an ein Gewässer um zu trinken.
Der Pfau baut sein Nest im dichten Unterholz. Das Weibchen legt bis zu acht Eier, die es alleine etwa einen Monat lang ausbrütet. Nach etwa zwei Jahren wandelt sich das Gefieder der Jungvögel dem Geschlecht entsprechend. Solange die Jungvögel noch klein sind, nimmt sie die Mutter manchmal auf den Rücken, um mit ihnen auf den Schlafbaum zu fliegen.
Der Pfau wird hauptsächlich von Leoparden und Tigern gejagt.

Der Pfau und der Mensch

Das Ursprungsgebiet des Pfaus ist zwar der indische Subkontinent, aber Gehegeflüchtlinge haben sich mittlerweile beinahe weltweit dort angesiedelt, wo sie passende Bedingungen vorfanden.
Der Pfau ist seit 1963 der Nationalvogel Indiens, wo er auch gesetzlich geschützt ist, und wird schon seit sehr langer Zeit im Hinduismus als heilig verehrt. Im indischen Volksglauben sagt man, dass sein typischer Ruf „Regen kommt“ bedeutet und tatsächlich kann man Pfauen sehr häufig vor Unwetter rufen hören.
Die ersten Pfaue wurden bereits vor etwa 4.000 Jahren in den Mittelmeerraum gebracht, wo sein Fleisch besonders bei Ägyptern und Römern, später auch an mittelalterlichen Höfen, als Delikatesse galt.
In vielen Kulturen aller Epochen war der Pfau Symbol für Schönheit, Reichtum, Liebe, Leidenschaft aber auch Unsterblichkeit, Arroganz und Eitelkeit.
In einem alten kurdischen Glauben besetzte der Pfau die Rolle eines „Blauen Engels“, der als Beschützer und Verwalter der Erde gesandt wurde.
Die Alten Griechen glaubten er sei von der Göttin Hera aus den Überresten des Riesen Argus geschaffen. Dieser sollte mit seinen vielen Augen die Jungfrau Io vor der Zudringlichkeit des Zeus zu schützen und wurde vom Götterboten Hermes getötet. Von ihm stammt der Begriff „etwas mit Argusaugen bewachen“.

Der Pfau im Zoo

Pfauen sind die häufigsten Tiere in Zoos weltweit. Beinahe überall dürfen die wunderschönen Vögel frei laufen und versorgen sich auch selbst mit Nahrung, die sie auf dem Gelände der zoologischen Einrichtungen finden. Diese Haltungsart ermöglicht den Zoogästen den Pfauen bei ihrem ursprünglichen Verhalten zu beobachten. So sieht man nicht selten radschlagende Pfauen, oder Weibchen die mit ihren Küken die Besucherwege kreuzen. Außerdem hat das typische „minh-ao“ wohl auch schon jeder Mensch gehört, der jemals einen Zoo besucht hat. Der Pfau war eine der ersten Arten, die in zoologischen Einrichtungen gezeigt wurden. Heute werden auch gezielt weiße Pfauen gezüchtet, die allerdings keine Albinos sind, sondern nur keine Farbpigmente besitzen.