Tierlexikon: Pinselohrschwein

Pinselohrschwein im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Pinselohrschwein im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Potamochoerus porcus
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Benin, Kamerun, Zentralafrika, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Äquatorialguinea, Gabun, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Nigeria, Senegal, Togo, Uganda
Lebensraum:
Wälder, Savannen und Sumpflandschaften
Gattung:
Buschschweine
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Pinselohrschweine leben in Rotten von bis zu 15 Tieren, die aus einem Pärchen und deren Nachwuchs besteht. Pinselohrschweine sind Allesfresser, die mit ihrer langen und beweglichen Schnauze den Boden auf Nahrungssuche durchwühlen. Sie fressen alles Pflanzliche, Aas und töten auch selbst Wirbeltiere bis zur, in seltenen Fällen, Größe von Lämmern. Auch harte Nüsse werden geknackt, die Schale ausgespuckt und gerne verspeist. Ihren Namen verdanken sie den weißen Haarbüscheln an den Ohrenspitzen. Beide Geschlechter haben große Eckzähne, sogenannte Hauer, die sich gegenseitig immer wieder scharf schleifen. Die Eber tragen zusätzlich noch Warzen am Nasenbein. Das Pinselohrschwein zählt zu den am auffälligsten gefärbten Schweinen. Die Maskenzeichnung und die Ohrpinsel dienen dem Imponiergehabe während der Paarungszeit. Jungtiere können sofort nach der Geburt laufen und führen bereits an den Zitzen Rangkämpfe aus. Droht den Jungen Gefahr warnt die Bache ihre Frischlinge mit einem Laut und diese verstecken sich in der Deckung des Urwaldbodens. Auf der Flucht können die Schweine sehr schnell laufen und auch gut schwimmen, doch sie flüchten nicht immer. Manchmal gehen die Tiere auch zum Gegenangriff über, besonders wenn die Jungtiere bedroht sind. Dann können sie sogar Leoparden in die Flucht schlagen. In freier Natur werden sie gezielt gejagt, da ihr Fleisch als Delikatesse gilt. Allerdings sind sie auch Überträger der afrikanischen Schweinepest, die bei den Pinselohrschweinen nicht ausbricht und deshalb kaum zu erkennen ist.