Tierlexikon: Polarfuchs

Polarfuchs im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Polarfuchs im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Vulpes lagopus
Verbreitung kontinental:
Amerika, Europa
Verbreitung regional:
Kanada, Finnland, Grönland, Island, Norwegen, Russland, Svalbard und Jan Mayen, Schweden, USA
Lebensraum:
baumlose Tundren, Gebirgsregionen und Küstengebiete
Gattung:
Echte Füchse
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Polarfuchs lebt als Einzelgänger oder in kleinen Familienverbänden. Auf Nahrungssuche bringt er bis zu 2.000 Kilometer lange Wanderungen hinter sich.
Der Polarfuchs wir nur etwa 35 Zentimeter groß und ungefähr einen Meter lang. Männchen und Weibchen sind optisch kaum zu unterscheiden. Der Polarfuchs ist das einzige Mitglied der Hundefamilie, der sein Fell an die Jahreszeit anpasst, so ist er im Winter schneeweiß und im Sommer gräulich schwarz. Mit dem Winterpelz kann er Temperaturen von bis -80°C aushalten, damit ist es das am Besten isolierte Fell aller Säugetiere. Beim Polarfuchs ist der Geruchssinn stark ausgeprägt, er kann Nahrung über große Entfernung wahrnehmen und zielsicher finden. Im Vergleich zum bei uns heimischen Rotfuchs, ist die Schädelform des Polarfuchses etwas wuchtiger und nicht so filigran.
Der Polarfuchs ist ein Allesfresser, der allerdings Fleisch bevorzugt. Zu seinen Beutetieren gehören hauptsächlich Nagetiere, wie Mäuse oder Lemminge. Aber auch Vögel und deren Eier, sowie Insekten werden gerne verspeist. In kargeren Zeiten frisst er allerdings auch Beeren, Aas oder den Kot anderer Tiere. Manche Polarfüchse legen sich auch Vorratslager an, die sie dank ihres guten Geruchssinn auch nach langer Zeit wiederfinden. Es wurde auch schon beobachtet, dass sich einzelne Polarfüchse Eisbären angeschlossen haben um deren Nahrungsreste abzugreifen. Sie halten aber immer gebührend Abstand zum größten Landraubtier unserer Zeit, da dieser im Polarfuchs einen Nahrungskonkurrenten sieht und ihn töten würde.
Hat sich bei den Polarfüchsen einmal ein Paar gefunden, bleibt es ein Leben lang zusammen. Für die Geburt und die Jungenaufzucht graben die Elterntiere einen Bau mit einem weit verzweigten Tunnelsystem. Manchmal werden diese Baue über viele Generationen hinweg genutzt, einer wurde nachweislich über 500 Jahre bewohnt. Das Weibchen wird im Frühjahr befruchtet, war es jedoch ein harter Winter, verbleibt das Weibchen in Keimruhe und wird erst im nächsten Jahr schwanger. Ansonsten kommen nach knapp zwei Monaten bis zu zwölf Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs wird dann bis zu drei Monate gesäugt, und bis zum nächsten Frühjahr von beiden Eltern versorgt, ehe sie selbstständig werden.
Der wissenschaftliche Name des Polarfuchses bedeutet soviel wie „hasenfüßiger Fuchs“ und kommt daher, weil die Pfoten des Fuchses wie bei einem Hasen mit dichtem Fell überwachsen sind.

Unterarten des Polarfuchs

Der Polarfuchs wird in vier Unterarten aufgeteilt, die nach ihrem Verbreitungsgebiet unterschieden werden.

Vulpes lagopus beringensis
Beringinseln und Kommandeurs-Inseln, Russland

Vulpes lagopus fuliginosus
Island

Vulpes lagopus pribilofensis
Pribilof-Inseln, Alaska

Vulpes lagopus lagopus
Stammform, restliches Verbreitungsgebiet