Tierlexikon: Rhesusaffe

Rhesusaffen im Raritätenzoo Ebbs 2013 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Macaca mulatta
Verbreitung kontinental:
Asien, Amerika
Verbreitung regional:
Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, China, Indien, Laos, Myanmar, Nepal, Pakistan, Thailand, Vietnam, USA
Lebensraum:
Gebirgswälder bis zu 3000 m, Tieflandwälder, Savannen, Buschland sowie menschliche Siedlungen und deren Umgebung
Gattung:
Makaken
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Rhesusaffen leben in Horden von bis zu 200 Tieren. Rhesusaffen zeigen kein Territorialverhalten, bei der Nahrungssuche können sich fremde Gruppen durchaus treffen ohne in Streit zu geraten. Nur die Schlafplätze werden nicht geteilt.
Rhesusaffen baden gerne und sind gute Schwimmer. Während der Wintermonate verlieren die Rhesusaffen stark an Gewicht, deshalb ist Sterblichkeitsrate in dieser Zeit besonders hoch.
Sie sind Allesfresser, die sich hauptsächlich von Früchten, verschiedenen Pflanzen, Insekten und anderen kleinen Wirbeltieren ernähren.
Innerhalb der Gruppe pflanzen sich die einzelnen Affen ohne auf die Hackordnung der Gruppe zu achten untereinander fort. Durch Fellpflege oder Hilfe beim Tragen der Jungtiere erhöhen die Männchen ihre Chancen bei den Weibchen. Während der Paarungszeit, die je nach Verbreitungsgebiet variiert, schwellen die Hoden der Männchen auf die doppelte Größe an.
Da der Rhesusaffe nicht wirklich anspruchsvoll bei der Auswahl seines Lebensraums ist, kommt er sogar in großen Horden in Großstädten wie z.B. Neu Dehli vor. Es ist sogar nachgewiesen worden, dass 1965 mehr als drei Viertel aller wild lebenden Rhesusaffen in Städten wohnten. Dort sind sie aber nicht gern gesehen, da sie ein sehr aggressives Auftreten haben und in Wohnungen oder auch Autos einbrechen um nach Nahrung zu suchen.

Der Rhesusaffe und der Mensch

Im Gegensatz zu vielen anderen Tierarten gilt der Rhesusaffe nimmt der Rhesusaffe bei den Hindus keine besondere oder gar heilige Stellung ein. Trotzdem nimmt man die von ihnen verursachten Schäden als unabänderlich hin.

Woher hat der Rhesusaffe seinen Namen?

„Rhesus“ bezieht sich den griechischen König Rhesos von Thrakien, der nach der Trojasaga, die Trojaner gegen die Griechen unterstützte.

Der Rhesusaffe als Versuchstier

Der Rhesusaffe ist Namensgeber für den „Rhesusfaktor“, ein Protein auf der Zellmembran roter Blutkörperchen. Es wurde 1940 erstmalig beim Rhesusaffen entdeckt. Er ist der häufigste Laboraffe und wird immer noch für Versuchszwecke gefangen. Sollte sich ein Tier nicht wirklich für die Versuche eignen, wird trotz bereits erfolgter Infektion mit Laborviren, oft wieder frei gelassen. Diese Tiere stellen dann ein großes Gesundheitsrisiko für ihre wilden Artgenossen dar. Der größter Vorteil des Rhesusaffen als Labortier sind seine niedrigen Ansprüche an die Haltungsbedingungen. Rhesusaffen waren die ersten Affen im All. Die NASA schickte 1959 und 1960 Rhesusaffen auf eine Weltraummission. Im Jahre 2000 wurde der Rhesusaffe erstmalig geklont.