Tierlexikon: Rosapelikan

Rosapelikan im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Pelecanus onocrotalus
Verbreitung kontinental:
Asien, Europa, Afrika
Verbreitung regional:
Afghanistan, Albanien, Angola, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, Benin, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Bulgarien, Burkina Faso, Burundi, Kambodscha, Kamerun, Zentralafrika, Tschad, China, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Zypern, Dschibuti, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Griechenland, Guinea, Guinea-Bissau, Indien, Indonesien, Iran, Irak, Israel, Italien, Japan, Jordanien, Kasachstan, Kenia, Nordkorea, Südkorea, Kuwait, Kirgistan, Laos, Libanon, Mazedonien, Malawi, Malaysia, Mali, Mauretanien, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nepal, Niger, Nigeria, Pakistan, Palestina, Rumänien, Ruanda, Saudi Arabien, Senegal, Somalia, Südafrika, Südsudan, Sudan, Syrien, Tadschikistan, Tansania, Togo, Türkei, Turkmenistan, Uganda, Ukraine, Usbekistan, Vietnam, Jemen, Sambia, Simbabwe, Algerien, Österreich, Bahrain, Weißrussland, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Lettland, Libyen, Malediven, Malta, Marokko, Niederlande, Norway; Oman; Polen, Portugal, Slowenien, Spanien, Swasiland, Schweiz, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Western Sahara, Sri Lanka
Lebensraum:
Binnengewässer und Steppenseen
Gattung:
Pelikane
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Rosapelikane sind äußerst gesellige Vögel, die große Kolonien bilden. Dabei können mehrere tausend Artgenossen zusammen leben, aber auch gemischte Gruppen mit Marabus und Kormoranen oder Zwergflamingos gebildet werden. Rosapelikane sind dafür bekannt alles gemeinsam zu machen, so kann man die großen Kolonien gut beim einheitlichen Faulenzen, Fischen oder Brüten beobachten. Die Nahrungsbeschaffung fordert nur einen kleinen Teil ihrer Zeit. Obwohl sie in so großen Gruppen leben, gibt es so gut wie keine Rang- oder Revierkämpfe.
Obwohl der Rosapelikan mit bis zu vier Metern Spannweite zu den größten Vögeln der Welt zählt, ist er ein ausgezeichneter Flieger. Das liegt an seinen hohlen, mit Luft gefüllten Röhrenknochen, diese sind aber auch der Grund warum der Rosapelikan nicht tauchen kann. Auf Beutezug fliegen die Tiere bis zu 100 Kilometer, kehren dann aber wieder in ihr Revier zurück. Im Gegensatz zum Flamingo ist der Rosapelikan nur während der Paarungszeit deutlich rosa gefärbt. Die Farbe wird in dieser Zeit von den Vögeln über eine Drüse im Bürzel aufgetragen. Zusätzlich bildet sich in der Paarungszeit auch ein gut erkennbarer Stirnhöcker. Beim Rosapelikan stehen die Beine weit auseinander, was auch der Grund ist warum sie so ausgeprägt watscheln. Deshalb fühlen sich die Vögel im Wasser und in der Luft wohler als an Land.
Der Rosapelikan ernährt sich fast ausschließlich von Fisch. Ein wild lebender Rosapelikan frisst am Tag über einen Kilo Fisch. Die Vögel sind in der Lage selbst große Fische im Ganzen herunter zu würgen, die dann aber ohne Probleme verdaut werden können. Sollten die Gewässer an denen sie leben überfischt sein, ändert der Rosapelikan seine Strategie. An der Küste Südafrikas wurde beobachtet, dass Elternvögel unbewachte Tölpelküken erbeuteten um ihren Nachwuchs zu versorgen. Eigentlich werden Jungtiere aber mit vorverdautem Fisch, einer Art Fischsuppe, gefüttert.
Rosapelikane brüten in großen Kolonien. Während der Brutsaison bleibt ein Pärchen zusammen und zieht seinen Nachwuchs gemeinsam auf. Es ist jedoch nicht sicher, dass sich dasselbe Paar im nächsten Jahr wieder zusammen tut. Das Weibchen legt biz zu drei Eier, die etwa einen Monat lang ausgebrütet werden. Nach etwa drei Wochen verlassen die Küken das Nest und bilden mit den anderen Jungtieren der Kolonie einen „Kindergarten“ der von Altvögeln ohne Nachwuchs bewacht wird. Mit sieben Wochen verlassen die Jungvögel diese Gruppen und mischen sich unter die erwachsenen Vögel der Kolonie. Nach gut drei Wochen werden die Jungen dann selbständig. Es dauert aber bis zu ihrem vierten Lebensjahr, ehe die Rosapelikane geschlechtsreif werden.
Wildlebende Rosapelikane erreichen ein für ihre Größe durchschnittliches Vogelalter von etwa 20 Jahren. Leben die Tiere allerdings in Gehegehaltung, wie z.B. in zoologischen Einrichtungen, so wurden bereits Rosapelikane dokumentiert, die mit 54 Jahren mehr als doppelt so alt wurden. Bei den alten Ägyptern hielt man Rosapelikane als Fleisch- und Eierlieferanten. Wandmalereien bezeugen, dass man die Vögel damals als Haustiere hielt. Heute gibt es in einer afrikanischen Stadt eine besondere Art der Zusammenarbeit zwischen Menschen und Rosapelikanen. Die Bewohner der senegalesischen Stadt Mbour werden von den großen Vögeln mit Fisch versorgt, den diese beim Überfliegen der Stadt unabsichtlich aus ihren Schnäbel fallen lassen, im Gegenzug für diese „Gratisversorgung“ schützten die Menschen die Nester der Vögel.

Der König der Fischer

Der Rosapelikan nutzt schlaue Jagdmethoden um an Fisch zu kommen, so bilden die Vögel z.B. eine Kette und treiben mit Flügel- und Fußschlägen ihre Beute in das seichte Uferwasser, wo sie diese dann leichter erbeuten können. Doch auch ihr körperlichen Voraussetzungen für die Jagd sind nicht zu unterschätzen, doch die größte Besonderheit stellt ihr Schnabel dar. Der Rosapelikan ist nämlich dank einer großen Hautfalte in der Lage seinen Schnabel als eine Art Kescher zu nutzen. Diese Hautfalte ist so dehnbar, dass ein ganzer Eimer Wasser inklusive Fisch darin Platz findet. Doch dieser Kehlsack dient nicht nur der Jagd, mit ihm können die Rosapelikane auch ihre Körpertemperatur regulieren. Also nutzen sie ihn auf ähnliche Art wie ein Elefant seine Ohren.