Tierlexikon: Rostgans

Rostgans auf Sizilien - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Rostgans auf Sizilien – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Tadorna ferruginea
Verbreitung kontinental:
Asien, Europa, Afrika
Verbreitung regional:
Afghanistan, Albanien, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, Bhutan, Bulgarien, China, Zypern, Dänemark, Ägypten, Äthiopien, Georgien, Griechenland, Indien, Iran, Irak, Israel, Italien, Kasachstan, Südkorea, Kuwai, Kirgistan, Laos, Libyen, Moldawien, Mongolei, Marokko, Myanmar, Nepal, Oman, Pakistan, Qatar, Rumänien, Russland, Saudi Arabien, Spanien, Kanarische Inseln, Sudan, Syrien, Tadschikistan, Thailand, Tunesien, Türkei, Ukraine, Vereinigte Arabische Emirate, Usbekistan, Vietnam, Western Sahara, Österreich, Bahrain, Weißrussland, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Tschechien, Eritrea, Finnland, Frankreich, Deutschland, Grönland, Ungarn, Island, Irland, Japan, Jordanien, Nordkorea, Libanon, Liechtenstein, Mazedonien, Malta, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Palästina, Polen, Portugal, Serbien, Seychellen, Slowakei, Slowenien, Sri Lanka, Schweden, Schweiz, Taiwan, England, Jemen
Lebensraum:
Binnengewässer und Küstenbereiche
Gattung:
Kasarkas
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Die Rostgans lebt in großen Scharen, von denen sich jedoch die brütenden Paare absondern.
Die Rostgans hat einen gelblich-weißen Kopf und ansonsten eine rostbraune Gefiederfärbung. Diese Farbe war auch verantwortlich für ihren deutschen Namen, sowie ihren lateinischen Namen, „Ferrugo“ bedeutet „Eisenrost“. Männchen haben einen schwarzen Halsring, der den Weibchen fehlt und das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern darstellt. Sie gilt als sehr friedliches Tier.
Die Rostgans ist ein Allesfresser, der allerdings Pflanzen bevorzugt. Auf seinem Speisezettel stehen Samen, Gräser und Wasserpflanzen ebenso, wie Insekten, Würmer und kleine Fische. Sie taucht bei der Nahrungssuche gründelnd wie eine Ente mit dem Kopf unter Wasser und einem senkrecht nach oben gerichteten Schwanz.
Die Rostgans brütet in Baumhöhlen, Felsspalten, verlassenen Gebäuden oder sie gräbt sich selbst Erdhöhlen für ihr Nest. Allerdings verhält sie sich auch so aggressiv während der Brutzeit, dass sie auch Brutkästen von Schleiereulen oder Turmfalken besetzt und alle anderen Entenarten aus ihrem Revier vertreibt. Hat sich bei den Rostgänsen einmal ein Paar gefunden, so hält die Bindung ein Leben lang. Das Weibchen legt bis zu 16 Eier, die es alleine rund einen Monat lang ausbrütet, während das Männchen Partnerin und Nest bewacht. Die Jungvogel werden dann knapp zwei Monate versorgt ehe sie selbstständig werden.
Obwohl gelegentlich wilde Rostgänse beobachtet wurden, die in Europa eingewandert sind, geht man davon aus, dass der Großteil der europäischen Population aus Gehegeflüchtlingen besteht. Die Rostgans ist kein unproblematischer Einwanderer, da sie andere Entenarten aus ihren Brutrevier verdrängt. Die größte Gruppe von Rostgänsen in Europa lebt in der Schweiz.