Tierlexikon: Roter Vari

Aufgenommen im Tierpark Hellabrunn 2012 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Varecia rubra
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Madagaskar
Lebensraum:
Regenwälder der Masoala-Halbinsel
Gattung:
Varis
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Rote Varis leben in Gruppen von bis zu 30 Tieren, die aus einem Pärchen und deren Nachwuchs bestehen, aber auch mehrere Familien beinhalten können. Den größten Teil ihres Lebens verbringen die Roten Varis in den Wipfeln des Regenwaldes. Sie sind überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv.
Eine typische Ruhestellung von Roten Varis ist, langgestreckt auf einem Ast, ein Sonnenbad zu nehmen. Rote Varis markieren durch anschwellende Rufe, für die sie extra einen Kehlsack im Hals haben, und ihr Revier. Ihr dickes Fell ist so dicht, dass es kein Regenwasser hindurch lässt.
Rote Varis ernähren hauptsächlich von Früchten, Samen und Nektar. Sie haben eine extra lange Zunge um in die Blumenkelche zu gelangen. Während sie den Nektar lecken bestäuben sie die Blüte zeitgleich. Der Rote Vari hat sich auf die Pflanzen der Masoala-Halbinsel als Nahrung spezialisiert. Deshalb kann die Art nur erhalten werden, wenn dieser Regenwald bestehen bleibt.
Wenn Rote Varis geboren werden haben sie blaue Augen, die im Laufe des Erwachsenwerdens gelb werden.
Ob der Rote Vari eine eigenständige Art darstellt, ist unter Forschern umstritten. So führt ihn z.B. die Rote Liste der IUCN, während in der Catalogue of Life, der eng mit IUCN zusammen arbeitet, nicht berücksichtigt.

Was den Roten Vari von den anderen Lemuren unterscheidet

Der deutlichste Unterschied liegt in der Jungenaufzucht. Bei allen anderen Lemuren klammern sich die Jungtiere fest an den Körper der Mutter und werden die ganze Zeit mit herumgetragen. Im Gegensatz dazu, zeigt der Rote Vari ein eher katzenhaftes Verhalten. Er baut ein Nest im dem die Jungen abgelegt werden und sollte die Mutter die Jungtiere doch einmal transportieren müssen, so nimmt sie die Kleinen in ihr Maul und trägt sie so herum. Das gibt ihnen auch die Möglichkeit bis zu fünf Jungtiere pro Wurf zu bekommen, während anderen Lemuren in der Regel nur bis zu zwei Jungtiere bekommen. Um alle Jungen versorgen zu können, haben die Weibchen bei den Roten Varis ein drittes Zitzenpaar.

Der Rote Vari im madagassischen Glauben

Wegen seines morgendlichen Sonnenbadens, gilt er in der madagassischen Religion als heilig, da man glaubt er würde die Sonne anbeten. Dies war ein Grund warum er in der Vergangenheit nicht gejagt wurde.