Tierlexikon: Rotes Riesenkänguru

Rotes Riesenkänguru im Raritätenzoo Ebbs - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Rotes Riesenkänguru im Raritätenzoo Ebbs – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Macropus rufus
Verbreitung kontinental:
Australien
Verbreitung regional:
Australien
Lebensraum:
halbtrockenes Buschland und Savannen
Gattung:
Macropus
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN. nicht gefährdet

Rote Riesenkängurus leben in Gruppen von bis zu zehn Tieren. Die aus einem Männchen und mehreren Weibchen, sowie deren Nachwuchs bestehen. Da die Tiere aber kein Revier beanspruchen, kann man an guten Futterplätzen bis zu 1.500 Tiere auf einmal sehen. Während der Paarungszeit liefern sich die Männchen regelrechte Boxkämpfe um das Vorrecht bei den Weibchen. Die Tiere sind von der Abend- bis zur Morgendämmerung am aktivsten, während des Tages ruhen sie im Schatten.
Beim Roten Riesenkänguru unterscheiden sich Männchen und Weibchen deutlich an der Fellfarbe, während geschlechtsreife Männchen das namensgebende rote fell haben, sind die Weibchen und Jungtiere unauffällig grau. Der Name Riesenkänguru kommt nicht von Ungefähr, erwachsene Männchen können durchaus 1,6 Meter groß und 70 Kilo schwer werden. Mit seinen starken Hinterläufen und dem muskulösen Schwanz ist das Rote Riesenkänguru ein ausgezeichneter Springer. Es erreicht eine Weite von bis zu 13 Metern, eine Höhe von drei Metern und kann bis zu 80 km/h schnell werden. Der nächste Verwandte des Roten Riesenkängurus sind nicht, wie man vermuten möchte, die Grauen Riesenkängurus, sondern die Bergkängurus.
Rote Riesenkängurus sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von Gras. Auf dem Australischen Kontinent nehmen die Tiere den selben Platz, wie große Huftiere auf anderen Kontinenten ein. Im Gegensatz zu ihren Hauptnahrungskonkurrenten, den Schafen, ist das Rote Riesenkänguru weitaus anpassungsfähiger. Sie benötigen weniger Wasser und können härtere und trockenere Gräser verdauen, als die Schafe.
Wie bei allen Kängurus kommen die Jungtiere unterentwickelt zur Welt und säugen sich für ein dreiviertel Jahr im Beutel der Mutter fest, ehe sie zum ersten Mal den Kopf heraus strecken.
Ein erwachsenes Rotes Riesenkänguru hat kaum natürliche Feinde. Fühlen sie sich angegriffen, wehren sie sich durch Tritte mit den Hinterläufen und Beißen. Obwohl die Tiere wegen ihres Fleisches gejagt werden und als Nahrungskonkurrenten der Schafe und Rinder geschossen werden, sind die Roten Riesenkängurus eine der häufigsten Känguruarten. Schätzungen gehen von biz zu zehn Millionen Tieren aus.