Tierlexikon: Rothalsgans

Rothalsgans im Raritätenzoo Ebbs - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Rothalsgans im Raritätenzoo Ebbs – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Branta ruficollis
Verbreitung kontinental:
Europa, Asien
Verbreitung regional:
Armenien, Österreich, Bulgaren, Kroatien, Griechenland, Iran, Irak, Kasachstan, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Rumänien, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine, Aserbaidschan, Weißrussland, Belgien, Bosnien und Herzegowina, China, Zypern, Dänemark, Ägypten, Finnland, Frankreich, Georgien, Deutschland, Grönland, Ungarn, Indien, Irland, Israel, Italien, Lettland, Niederlande, Norwegen, Polen, Slowakei, Spanien, Svalbard und Jan Mayen, Schweden, England, Afghanistan, Kirgistan, Syrien, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan
Lebensraum:
Wiesen in Süßwassernähe
Gattung:
Meergänse
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Rothalsgänse brüten in Kolonien von bis zu 30 Paaren. Sie leben im Sommer in der Arktis und zieht über den Winter in südlichere Gebiete. Bei Populationen in West- und Südeuropa handelt es sich meist um Gehegeflüchtlinge.
Die Rothalsgans ist die bunteste Art der Meergänse. Sie hat ein schwarz-weißes Gefieder, mit einer rostroten Brust und ebenso rostroten Wagenflecken. Charakteristisch ist auch der kurze Schnabel und der eher dicke Hals.
Die Rothalsgans ist ein Allesfresser. Wobei sich hier Jung- und Altvögel deutlich unterscheiden. Während die erwachsenen Vögel alleine pflanzliche Nahrung, wie etwa Gras, Wasserpflanzen oder Samen vertilgen, ergänzen Jungvögel ihren Speiseplan oft mit Insekten.
Hat sich bei der Rothalsgans einmal ein Pärchen gefunden, blieben sich die Partner ein Leben lang treu. Das Weibchen baut sein Nest in eine Mulde auf felsigem Boden. Es legt bis zu fünf hellgrüne Eier, die es alleine etwa einen Monat lang ausbrütet. Das Männchen wacht in dieser Zeit über Weibchen und Gelege. Die Jungvögel werden einen guten Monat lang von den Eltern versorgt, ehe sie selbstständig werden.
Die Rothalsgans ist wegen illegalen Jagd auf sie in ihren Überwinterungsgebieten und wegen der immer stärker zunehmenden landwirtschaftlichen Nutzung ihres Lebensraums stark gefährdet.

Die Rothalsgans und der Greifvogel – Dicke Freunde?

Rothalsgänse brüten oft in der Nähe von den Nestern der Wanderfalken oder Raufußbussarde. Sie passen sogar ihr Brutzeit an die der Raubvögel an. Forscher glauben, dass die Aufzucht in der Nähe eines Greifvogelnestes Schutz für den Nachwuchs der Rothalsgans bedeutet. Dies klingt zwar unglaubwürdig, basiert aber auf den Tatsachen, dass erstens ein Raubvogel niemals in der Nähe seines Horstes jagt und zweitens dass Raubtiere, wie etwa der Polarfuchs Greifvögel als Fressfeinde betrachten und niemals in Nähe von deren Horste auf Beutezug gehen.