Tierlexikon: Schabrackentapir

Schabrackentapir im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Schabrackentapir im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Acrocodia indica oder Tapirus indicus
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
Indonesien, Malaysia, Myanmar, Thailand
Lebensraum:
Regenwälder in der Nähe von Gewässern
Gattung:
Tapire
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Der Schabrackentapir, auch Malaysischer Tapir genannt, lebt als Einzelgänger und ist nacht- und dämmerungsaktiv. Tagsüber schläft er im Unterholz.
Der Schabrackentapir ist mit einer Schulterhöhe von gut 1,20 Meter, einer Länge von etwa zwei Metern und einem Gewicht von bis zu 350 Kilo die größte heute lebende Tapirart. Seine nächsten Verwandten sind Pferde und Nashörner. Charakteristisch für den Schabrackentapir ist das schwarze Fell mit dem hinteren weißen Bereich, der an eine Satteldecke, auch Schabracke genannt, erinnert und für seinen deutschen Namen verantwortlich ist. Zudem sind die Ohrenspitzen ebenfalls weiß. Diese Färbung ist eine hervorragende Tarnung im schattigen Urwald. Wie alle Tapire kann auch der Schabrackentapir nicht sonderlich gut sehen, sein Geruchssinn und besonders seine Ohren funktionieren dafür exzellent. Prinzipiell ist er ein sehr leises Tier, gelegentlich gibt er aber Pfeiff, Grunz- oder Rülpslaute von sich. Der Schabrackentapir gilt als guter Kletterer, Schwimmer und Taucher. Wenn es bedroht wird bleibt es regungslos stehen, flieht panisch durchs Dickicht oder rettet sich ins Wasser. Selten wurde auch beobachtet, dass es zu beißen versuchte.
Der Schabrackentapir ist ein reiner Vegetarier. Auf seinem Speisezettel stehen neben Blätter, Wasserpflanzen und Zweige. Hierbei hilft ihm sein Rüssel, bei dem Oberlippe und Nase zu einem Greiforgan verwachsen sind, mit dem er seine Nahrung greifen und ausrupfen kann.
Die Schwangerschaft bei einem Schabrackentapirweibchen dauert etwa ein Jahr und einen Monat. Dann bringt es in der Regel ein Junges, selten auch Zwillinge zur Welt. Die Jungen kommen mit einem braun-weiß gestreiften Fell, ähnlich den Frischlingen bei den Wildschweinen, auf die Welt und bleiben die ersten Tage in einem versteckten Lager, ehe sie der Mutter folgen und auch schon pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Allerdings wird der Nachwuchs auch bis zu einem Jahr gesäugt, wobei es anfangs bis zu neuen Liter Milch benötigt, ehe es selbstständig wird. Die Streifenfärbung verwächst sich nach etwa fünf Monaten. Wenn das Jungtier die Mutter verlassen hat, dauert es meist zwei Jahre, ehe diese wieder trächtig wird.
Obwohl der Schabrackentapir schon seit gut drei Millionen Jahren auf der Erde existiert, scheint nun sein Ende nah zu sein. Die zunehmende Zerstörung der südostasiatischen Regenwälder zur Rohstoffgewinnung, die Ausbreitung der Landwirtschaft und die immer stärker wachsenden menschlichen Siedlungen setzten der Art stark zu. Zudem ist sein Fleisch auch heute noch bei den Einheimischen sehr beliebt.