Tierlexikon: Schimpanse

Schimpansen im Tierpark Hellabrunn 2012 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Pan troglodytes
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Angola, Burundi, Kamerun, Zentralafrika, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Äquatorialguinea, Gabun, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Südsudan, Tansania, Uganda
Lebensraum:
Regenwälder, Trockenwälder und Baumsavannen
Gattung:
Schimpansen
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Schimpansen bilden kleine Familienverbände, die sich oft in größeren Verbänden von bis zu 80 Tieren zusammenschließen. Innerhalb der Gruppe herrscht eine strenge Rangordnung, welche an der gegenseitigen Körper- und Fellpflege, dem sogenannten „Lausen“, abgelesen werden kann. Schimpansen sind die am Weitesten verbreiteten Menschenaffen. Während sie tagsüber die meiste Zeit auf dem Boden verbringen, bauen sie sich für die Nacht sogenannten, Schlafnester auf den Bäumen. Diese Schlafgelegenheiten werden jede Nacht mit neuem Material an einem anderen Platz gebaut. In Zoos wurde auch beobachtet, dass diereses Verhalten in Gehegehaltung dasselbe ist, nur dass hier beim Material improvisiert wird. Als Ersatz wird z.B. Stroh, Holzwolle oder Textilien verwendet.
Schimpansen sind Allesfresser, den überwiegenden Teil ihrer Nahrung machen jedoch die Pflanzen aus.
Schimpansenfamilien entwickeln eine starke emotionale und soziale Bindung. Wenn z.B. die Mutter stirbt, übernehmen Schwestern oder Tanten die Aufzucht der noch nicht selbstständigen Jungtiere. Während aber letztendlich die Weibchen bei Geschlechtsreife die Familie verlassen, bleiben die Männchen im selben Fall. Aber auch nach dem Tod eines Familienmitglieds zeigen die Anderen Emotionen, in der Wildnis verabschiedet sich eine Gruppe von dem Verstorbenen und meidet den Platz an dem der Leichnam lag für sehr lange Zeit.
Früher lebten sie in einem breiten Gürtel am Äquator von West- bis Ostafrika. Heute sind sie jedoch an manchen Stellen bereits ausgerottet. Sie gelten als geschickt, Intelligent und temperamentvoll. In freier Wildbahn kann ein Schimpanse bis zu 60 Jahre alt werden. Der Name „Schimpanse“ wurde vom Wort „kivili-chimpenze“ aus einer Sprache der afrikanischen Ureinwohner abgeleitet. Dies bedeutet soviel wie „Schein-Mensch“ oder einfach nur „Affe“.

Der Schimpanse und der Mensch im Vergleich

Schimpansen und Menschen nutzen ihre Mimik zur Kommunikation mit Artgenossen. Schimpansen imitieren oft die Handlungen von Menschen um ein Ziel zu erreichen, entwickeln aber auch eigene komplexe Strategien um etwas zu erreichen. Obwohl das Erbgut des Schimpansen zu 98,5% mit dem des Menschen übereinstimmt, unterscheidet er sich in der Physis deutlich, so besitzt z.B. ein männlicher Schimpanse etwa viermal soviel Kraft wie ein erwachsener Mann. Zudem sind Schimpansen äußerst intelligent, man schätzt ihr Niveau etwa auf das eines Kleinkindes. Ein deutliches Zeichen für Intelligenz ist auch die Fähigkeit ihr eigenes Spiegelbild zu erkennen. Schimpansen sind auch dafür bekannt, dass sie Werkzeuge benutzen, was von einem komplexen, menschenähnlichen Denkvermögen zeugt. Sie benutzen z.B. Holzstücke als Hammer oder zerkaute Blätter als Schwämme. Schimpansen können bis zu 300 Symbole lernen und über diese mit Menschen und Artgenossen kommunizieren. Bei diesen Menschenaffen werden Traditionen und erlernte Fähigkeiten immer an die nächste Generation weitergegeben, was ein Zeichen für Kultur sein kann, die bisher der Mensch für sich allein beanspruchte. Selbst die Zeichensprache erlernen Jungtiere allein durch das Beobachten des Verhaltens der Mutter.

Jane Goodall

Jane Goodall ist eine englische Biologin, die ihr Leben den Schimpansen verschrieben hat. Ihre Forschungen haben das Bild dieser Menschenaffen in der Wahrnehmung der Menschen gänzlich verändert, so sie hat z. B. das Verhalten von Schimpansen dokumentiert, welches dem menschlichen Krieg ähnelt. Sie sah Kämpfe zwischen Schimpansen, wobei ganze Gruppen ausgerottet wurden.