Tierlexikon: Schneegans

Schneegans im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Schneegans im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Chen caerulescens oder Anser caerulescens
Verbreitung kontinental:
Amerika, Asien, Europa
Verbreitung regional:
Kanada, China, Grönland, Indien, Japan, Südkorea, Mexiko, Russland, USA, Anguilla, Bahamas, Barbados, Belgien, Belize, Bermuda, Bulgarien, Kuba, Tschechien, Dänemark, Estland, Färöer, Finnland, Frankreich, Deutschland, Honduras, Island, Irland, Italien, Kasachstan, Nordkorea, Lettland, Litauen, Marshallinseln, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Puerto Rico, Rumänien, Saint Pierre und Miquelon, Spanien, Trinidad und Tobago; Turks- und Caicosinseln, England, Amerikanische Jungferninseln
Lebensraum:
arktische Tundra
Gattung:
Chen
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Schneegänse leben in riesigen Scharen, die auch viele tausend Tiere stark sein können. Sie sind Zugvögel mit festen Winter- und Sommerquartieren, die jedes Jahr wieder aufgesucht werden.
Schneegänse kommen in zwei Farbschlägen vor, entweder sie sind sie weiß mit schwarzen Flügeln, oder blaugrau mit einem weißen Kopf und weißem Bauch. Auch wenn man sie als Gans bezeichnet, gehört sie doch zu den Enten.
Die Schneegans ist ein Allesfresser, der auch hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung, wie etwa Sumpfpflanzen, Gräser oder Samen ernährt. In ihren Überwinterungsgebieten greifen sie aber auch gelegentlich auf Insekten und Weichtiere zurück.
Hat sich ein Schneegans-Pärchen gefunden bleibt es in der Regel für ein Leben lang zusammen. Die Vögel brüten in ebenso riesigen Kolonien, von denen sich nur die nicht brütenden Tiere absondern. Das Weibchen baut sein Nest in einer Erdmulde, die nur schwach ausgepolstert wird. Dann legt sie bis zu sechs Eier, die sie etwas mehr als drei Wochen alleine ausbrütet, während das Männchen Gelege und Partnerin bewacht. Nach knapp zwei Monaten werden die Jungtiere dann selbstständig. Die Sterblichkeitsrate bei Jungvögeln ist sehr hoch nur jedes zweite hat selbst einmal Nachwuchs.

Die Schneegans und der Mensch

Von je her war die Schneegans ein wichtiger Bestandteil des Speiseplans der Menschen in seinem Verbreitungsgebiet. So wurden sie über Jahrhunderte in großer Zahl gejagt und erlegt oder ihre Eier wurden abgesammelt. Auch wenn auf diese Weise eine große Zahl von Tieren erlegt, oder ihr Gelege vernichtet wurde, konnte der Verlust innerhalb der Population immer wieder ausgeglichen werden.
Gefährdend für die Art wurde dann die wirtschaftliche Nutzung der großen Weiden und Prärien Nordamerikas und Asiens in den Überwinterungsgebieten der Schneegänse. Da die Tiere so nicht genug Nahrung vor der Kräfte zehrenden Brutsaison finden, sind die Bestände, obwohl sie als noch nicht gefährdet gelten, seit vielen Jahren rückläufig.
In Japan, wo sie früher eine der häufigsten Gänsevögel war, ist sie heute nur noch selten zu finden. Die Tiere in Mittel- und Südeuropa sind wahrscheinlich Gehegeflüchtlinge oder Vögel , die sich verirrt haben und geblieben sind.