Tierlexikon: Schneeleopard

Schneeleopard im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein

wissenschaftlicher Name:
Panthera unica
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
Russland, Mongolei, China, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Pakistan, Indien, Nepal und Bhutan
Lebensraum:
Hochgebirge
Gattung:
Unica
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Der Schneeleopard, auch Irbis oder ganz früher Unze genannt, ist eigentlich ein Einzelgänger, der aber in zoologischen Einrichtungen, im Gegensatz zu den meisten anderen Großkatzen, durchaus als Paar oder in Familiengruppen gehalten werden kann.
Sein Name kann etwas verwirren, da er mit dem Leoparden nicht näher verwandt ist, als mit allen anderen Großkatzen. Auch in der Lautgebung unterscheiden sie sich von anderen Großkatzen, da sie nicht in der Lage sind zu brüllen. Schneeleoparden schnurren, fauchen und heulen.
Als dämmerungsaktiver Jäger erbeutet er hauptsächlich Murmeltiere, Vögel und Gebirgshuftiere. Der Schneeleopard ist auf der Jagd in der Lage bis zu 16 Meter weit zu springen. Da in seinem kargen Lebensraum wenig Beutetiere leben, besetzen Schneeleoparden ein sehr großes Revier. Auf einer Fläche von 100 km2 (etwa die Fläche der Stadt München) kommt meist nur ein Tier vor. Beim Fressen kauert der Schneeleopard wie eine Hauskatze vor seiner Beute und hält sie nicht mit den Pranken fest, wie andere Großkatzen. Eine weitere Ähnlichkeit mit der Hauskatze ist das Fressen von Pflanzen, die oft in ihrem Kot nachgewiesen werden.
Es wurde beobachtet, dass er sich zum Schlafen auch in verlassene Geiernester zurück zieht. Wenn die Paarungszeit zwischen Januar und März beginnt treffen sich Männchen und Weibchen, dann setzten sie Duftmarken und geben Paarungsrufe von sich. Der Schneeleopard ist zudem die einzige Großkatze die ihr Paarungsverhalten von den Jahreszeiten abhängig macht.

Der Schneeleopard und sein Lebensraum

Der Schneeleopard lebt in den Bergregionen Zentralasiens in einer Höhe von bis zu 5.000 Metern, die er nur über den Winter verlässt und auf max. 1.500 Meter herabsteigt. Sein silbergraues Fell ist eine perfekte Anpassung an seinen ungastlichen Lebensraum. Durch die Fellzeichnung ist er auf den Geröllhalden der Berge kaum zu erkennen, was ein Vorteil bei der Jagd und beim Ausruhen ist. Tagsüber ruht er fast bewegungslos zwischen den Steinen. Sein Fell hat sehr lange einzelne Haare und auch eine dichte Unterwolle, die vor Temperaturen von bis zu -40°C schützt. Mit bis zu 12 cm haben sie die längsten Bauchhaare aller Katzenarten. Zudem schützt das Fell die Tiere vor der starken UV-Strahlung in den Höhenlagen. Ihre breiten Pfoten bewahren den Schneeleoparden vor dem Einbrechen im Tiefschnee und der lange, buschige Schwanz ist eine optimale Balancierehilfe bei Sprüngen auf rutschigen Terrain und wird beim Schlafen wie ein Schal um den Körper und vor die Nase gelegt. Eine weiter Anpassung sind die großen Nasenlöcher in denen die Luft vorgewärmt wird um die Lunge vor eisigen Temperaturen zu schützen.

Der Schneeleopard und der Mensch

Der Hauptgrund, warum der Schneeleopard am Rande des Aussterbens steht ist der illegale Pelzhandel. Schneeleopardenfelle zählen zu den teuersten Fellen der Welt. Aber auch alle anderen Körperteile bringen Geld ein, da ihnen in der traditionellen chinesischen Medizin Heilkräfte nachgesagt werden. Aber gibt auch positive Verhältnisse. Da der Schneeleopard ein charismatisches Auftreten hat, wird ihm weltweit große Sympathie entgegen gebracht. Sein, durch die Tarnung bedingtes, plötzliches Erscheinen hat in mystifiziert. In Kirgistan wird er „Geist der Berge“ genannt, ein Titel, den Naturschutzorganisationen gerne verwenden.