Tierlexikon: Schwarzschwanz-Präriehund

Schwarzschwanz-Präriehund im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Cynomys ludovicianus
Verbreitung kontinental:
Amerika
Verbreitung regional:
Kanada, Mexiko, USA
Lebensraum:
Grasland
Gattung:
Präriehunde
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Schwarzschwanz-Präriehund lebt eigentlich in Gruppen von bis zu 36 Tieren, die sich aus einem Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs zusammen setzen. Doch diese Gruppen verbinden sich meist zu riesengroßen Kolonien, die etwa eine Million Tiere zählen können. Die Männchen verteidigen ihren Bau gegenüber Artgenossen, sind aber ansonsten sehr soziale Tiere. Untereinander pflegen die Schwarzschwanz-Präriehunde ein sehr intensives Sozialleben. Fellpflege und eine Begrüßung, die einem Kuss ähnelt sind ein übliches Verhalten inner- und außerhalb der Gruppe. Schwarzschwanz-Präriehunde halten zwar keinen eigentlichen Winterschlaf mit verringertem Stoffwechsel wie die Bären, verbringt aber die kalte Jahreszeit faul und von seinem Fett zehrend in seinem Bau. Ansonsten sind die Tiere am Tag aktiv.
Schwarzschwanz-Präriehunde sind weder mit den Hunden, noch, wie oft vermutet, mit den Erdmännchen verwandt. Am meisten verbindet sie noch mit den Murmeltieren. Ihren Namen verdanken sie ihrem Warnruf, der einem Hundebellen ähnelt.
Der Schwarzschwanz-Präriehund ernährt sich von Gras, frischem Obst und Gemüse aber auch von Insekten, wie Heuschrecken. Wasser müssen die Tiere nicht unbedingt trinken, meist reicht der Wassergehalt der Nahrung. Während der Wintermonate sind Fälle von Kannibalismus beim Schwarzschwanz-Präriehund bekannt. Tiere die in dieser Zeit versterben und Jungtiere von schwächeren Elterntieren werden gelegentlich von den Artgenossen aufgefressen.
Früher kam der Schwarzschwanz-Präriehund flächendeckend in der gesamten nordamerikanischen Prärie vor, heute wurde er auf nur noch ein Prozent seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets zurück gedrängt. Am Gefährlichsten für die Art ist der Ackerbau, die Viehhaltung und die Verfolgung durch den Menschen. Auch Veränderungen im Lebensraumes, wie z.B. der Bau der Eisenbahn schadeten der Art.

Das Zuhause des Schwarzschwanz-Präriehunds

Die Schwarzschwanz-Präriehund-Kolonien leben in vielen miteinander verbunden Wohnhöhlen. Diese unterirdischen Labyrinthe können enorme Ausmaße annehmen, was dazu führen kann, dass ganze Wiesen über große Flächen absacken oder Traktoren in größere Gruben einbrechen. Die größte Kolonie gab es nach unbestätigten Quellen um 1900 in Texas. Sie hatte angeblich nur knapp weniger Fläche als der Freistaat Bayern und war das Zuhause von über 400.000.000 Tieren gewesen sein. Die größte heute existierende Kolonie liegt in Mexiko und hat in etwa die Fläche der Stadt Freiburg.
Diese gigantischen Ansiedlungen entwickeln sich durch eine Art Schneeballsystem. Die erwachsenen Jungtiere bauen nämlich in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihren Eltern eine eigene Schlafhöhle und gründen dort eine Familie. Deren Jungtiere tun dasselbe usw. Die Größe der Siedlungen ist auch immer abhängig vom Nahrungsangebot.
Die Hügel am Ausgang der Bauten werden mit Absicht so hoch aufgeworfen. Sie bewahren die Siedlungen vor Überschwemmungen und dienen den Wächtern als Aussichtspunkt.

Unterarten des Schwarzschwanz-Präriehundes

Forscher sind sich uneinig, ob man den Schwarzschwanz-Präriehund in Unterarten unterteilen sollte. Der Catalogue of Life nennt zwei Unterarten.

Cynomys ludovicianus arizonensis

Cynomys ludovicianus ludovicianus