Tierlexikon: Siamang

Siamang im Tierpark Hellabrunn - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Siamang im Tierpark Hellabrunn – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Hylobates syndactylus oder Symphalangus syndactylus
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
Indonesien, Malaysia, Thailand
Lebensraum:
Wälder
Gattung:
Gibbons
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Der Siamang lebt in Familiengruppen von bis zu sechs Tieren, die aus einem Pärchen und deren Nachwuchs besteht. Diese Familien beanspruchen ein eigenes Revier, das durch Gesänge markiert wird, die bis zu zwei Kilometer weit zu hören sind. Meist findet dies morgens statt und wird immer vom Männchen vollführt, während das Weibchen aber auch oft einstimmt. Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens in Wipfeln der Bäume.
Der Siamang ist die größte Art in der Gattung der Gibbons. Er kann einen knappen Meter groß und bis zu zwölf Kilo schwer werden. Die Armspannweite eines Siamangs kann bis zu beinahe zwei Meter reichen. Er hat ein schwarzes Fell und eine unbehaarte Schnauze. Charakteristisch ist der Kehlsack, welcher bei den Gesängen aufgeblasen wird und weit hervortritt. Dieses Aussehen erinnert sogar manchmal an einen Frosch.
Der Siamang ist ein Allesfresser. Den größten Teil seiner Nahrung machen Früchte aus, aber auch junge Triebe und Blüten stehen auf dem Speisezettel. Ergänzt wird die Nahrung durch Insekten.
Siamangs bleiben ihrem Partner ein Leben lang treu. Das Weibchen kann im Alter von etwa acht Jahren zum ersten Mal Nachwuchs bekommen, zwischen den folgenden Geburten liegen dann immer mindestens drei Jahre. Die Schwangerschaft dauert etwa sieben Monate, ehe meist nur ein Junges zur Welt kommt. Danach wird das Jungtier zwei Jahre gesäugt, wobei ab dem dritten Monat, der Vater oft der Mutter das Junge abnimmt und es herum trägt. Im Alter von drei Jahren wird der Nachwuchs dann selbstständig.
Der Siamang lebt in seinem Verbreitungsgebiet in friedlicher Co-Existenz mit vielen anderen Primatenarten, wie etwa dem Orang-Utan. Aber selbst wenn die Affen die gleiche Nahrung fressen, kommt es zu keiner Auseinandersetzung. Der Siamang hat auch eigentlich keine Fressfeinde, lediglich Pythons erbeuten sich äußerst selten einen der Primaten. Trotzdem hat sich der Bestand in den letzten 30 Jahren beinahe halbiert. Hauptursache hierfür ist die fortschreitende Zerstörung der südostasiatischen Regenwälder, aber auch der illegale Haustierhandel macht dem Siamang zu schaffen.

Der Siamang hängt ab…

Der Saimang bewegt sich auf eine Art fort, die Schwinghangeln genannt wird. Er kann sich mit einer Hangelbewegung bis zu zwölf Meter weit kommen. Diese Technik ist so belastend, dass es sogar gelegentlich zu Knochenbrüchen kommen kann, die allerdings meist problemlos heilen. Wenn der Siamang aufrecht läuft, das kann beim Balancieren und auf dem Boden vorkommen, hält er die Arme nach oben. Meistens sieht man ihn allerdings an einem oder beiden Armen in den Bäumen hängend, was für das Tier durchaus nicht anstrengend sondern im Gegenteil sehr entspannend ist. Jungtiere klammern sich in den ersten Lebensmonaten an den Bauch der Mutter. Sie flechten dabei ihre Finger regelrecht in das Fell der Mutter ein und können sich so auch bei den akrobatischsten Sprüngen fest halten.