Tierlexikon: Sperbergeier

Sperbergeier im Vogelpark Irgenöd - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Sperbergeier im Vogelpark Irgenöd – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Gyps rueppellii
Verbreitung kontinental:
Afrika, Asien, Europa
Verbreitung regional:
Algerien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Zentralafrika, Tschad, Elfenbeinküste, Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Somalia, Südsudan, Spanien, Sudan, Tansania, Togo, Uganda, Demokratische Republik Kongo, Ägypten, Portugal, Sierra Leone, Sambia, Saudi Arabien
Lebensraum:
alle Habitate mit Ausnahme geschlossener Wälder
Gattung:
Gänsegeier
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: stark gefährdet

Der Sperbergeier ist sehr gesellig und lebt meist in großen Gruppen, die auch oft zusammen mit Weißrückengeiern zusammen leben.
Der Sperbergeier ist ein sehr imposanter Geier, der eine Flügelspannweite von knapp 2,5 Metern erreichen, bis zu neun Kilo schwer und im Stehen über 80 Zentimeter groß werden kann. Seinen Namen hat der Sperbergeier von den Federn mit dem weißen Rand, die dem des Sperbers ähneln. Die Tiere haben einen ausgezeichnete Augen und einen sehr guten Geruchssinn. Sie sind in der Lage Aas aus sehr großen Höhen zu lokalisieren. Zudem ist der Sperbergeier ein ausdauernder Flieger, der die Thermik für seinen Gleitflug ausnutzt. Bei Suchflügen können sie bis zu 100 Kilometer zurück legen.
Der Sperbergeier ist ein Aasfresser, der sich allerdings auf Muskelfleisch und Eingeweide großer Huftiere spezialisiert hat. Nur sehr selten frisst er an Kadavern von Tieren die weniger als zwanzig Kilo wiegen. Der Sperbergeier ist in der Lage bis zu einem Fünftel seines eigenen Gewichts auf einmal zu fressen.
Der Sperbergeier brütet an Hängen auf Felsvorsprüngen oder in Felshöhlen. Findet sich ein Pärchen, bleibt es in der Regel ein Leben lang zusammen. Das Weibchen legt nur ein Ei, das knapp zwei Monate ausgebrütet wird.
Ein Sperbergeier hält den Flughöhenrekord. Am 29.November 1973 stieß ein Sperbergeier auf 11.274 Metern Höhe mit einem Verkehrsflugzeug zusammen. Der lateinische Name Gyps rueppellii wurde der Art zu Ehren des Afrikaforschers Wilhelm Peter Eduard Simon Rüppell gegeben.

Der Geier als Gesundheitspolizei

Obwohl dem Geier ein eher negatives Image anhaftet, ist er doch ein sehr wichtiges Mitglied des Ökosystems. Indem sie die Kadaver verendeter Tiere fressen, minimieren sie das Risiko eines Seuchenausbruchs, der von einem verwesenden Lebewesen ausgehen könnte.

Unterarten des Sperbergeiers

Den Sperbergeier gibt es in zwei Unterarten, die nach ihrem Verbreitungsgebiet unterschieden werden.

Gyps rueppellii erlangeri
Horn von Afrika, insbesondere Eritrea, Somalia, Äthiopien

Gyps rueppellii rueppellii
restliches Verbreitungsgebiet