Tierlexikon: Streifengans

Streifengans im Tierpark Hellabrunn 2013 – Foto:M.Schmid/2013

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Anser indicus
Verbreitung kontinental:
Asien, Europa, Amerika
Verbreitung regional:
Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, China, Indien, Kasachstan, Kirgistan, Mongolei, Myanmar, Nepal, Pakistan, Russland, Tadschikistan, Thailand, Usbekistan, Vietnam, Kanada, Spanien, Guam, Japan, Laos, Föderierte Staaten von Mikronesien, Palau
Lebensraum:
Gewässer in der Gebirgssteppen
Gattung:
Feldgänse
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Die Streifengans lebt in sehr großen Schwärmen und ist ein Zugvogel, der den Winter auf den Hochebenen des Himalayas verbringt und im Winter in Richtung Indien zieht. Um sich in ihrem Wintergebiet vor Räubern zu schützen, schlafen die Tiere auf einem See, oder auf Sandbänken in der Mitte von Flüssen. Am aktivsten sind sie in der Dämmerung.
Die Streifengans ist gut an den beiden namensgebenden Querstreifen am Kopf zu erkennen. Männchen und Weibchen unterscheiden sich rein optisch nur etwas in der Größe.
Die Streifengans ist ein Allesfresser. Auf ihrem Speisezettel stehen Wasserpflanzen, Gräser und Wurzeln, ebenso wie Schnecken, Insekten oder kleine Fische. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf pflanzlicher Nahrung.
Zum Brüten bilden Streifengänse kleine Kolonien, von etwa 30 Brutpaaren. Normalerweise bauen sie ihre Nester zwischen dichten Pflanzen am Ufer, es wurde aber auch schon beobachtet, dass sie verlassene Greifvogelhorste genutzt haben. Zudem ist bekannt, dass sie gerne in der Nähe eines Nestes von Bussarden brüten, da diese als natürliche Feinde von Nesträubern, großen Schutz bieten. Das Weibchen legt bis zu acht Eier, die es alleine einen knappen Monat lang ausbrütet. Die Jungvögel werden dann noch etwa zwei Monate versorgt, ehe sie selbstständig werden.
Streifengänse in Gehegehaltung werden sehr zutraulich und erkennen ihre Pfleger und regelmäßige Zoogäste. Wenn sie diese sehen, begrüßen sie sie mit Imponiergehabe. Bei den Hinduismus sind sie das Symbol für den Gott „Brahma“ und ihr Zug über den Himalaya gilt als religiöse Pilgerfahrt.

Wie die Streifengans über den Himalaya kommt

Auf dem Weg vom Sommer- ins Winterquartier muss die Streifengans teilweise auf über 9.000 Metern Höhe fliegen. Sie ist damit der am Höchsten fliegende Zugvogel der Welt. Um in solchen Höhen überleben zu können, hat sich der Körper der Streifengans im Laufe der Evolution an die widrigen Umstände angepasst. Da die Luft in diesen Höhen sehr dünn ist, ist ihr Blut zu einer besonders schnellen Sauerstoffaufnahme fähig. Diese Fähigkeit ist einmalig in der Tierwelt.