Tierlexikon: Streifengnu

Streifengnu in der Tierwelt Herberstein 2012 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Connochaetes taurinus
Verbreitung kontinental:
Afrika
Verbreitung regional:
Angola, Botswana, Kenia, Mosambik, Namibia, Südafrika, Swasiland, Tansania, Sambia, Simbabwe
Lebensraum:
offenes Grasland
Gattung:
Gnus
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Streifengnus, selten auch Blaue Gnus genannt, leben in Herden von bis zu 10.000 Tieren. Noch nicht geschlechtsreife Männchen bilden Junggesellenverbände. Oft vergesellschaften sich diese Gruppen mit Herden anderer Arten, wie Zebras oder Antilopen. Das Streifengnu ist die häufigste Gnuart. Die großen Gnuherden sind immer auf Futtersuche und wandern deshalb ständig. Kleiner Gruppen sind dagegen eher nicht so aktiv, was wahrscheinlich daran liegt, dass von wenigen Tieren die Gebiete nicht si schnell abgegrast werden. Sollten sie in der Dämmerung unterwegs sein, so wandern sie nur über offenes Gelände um Raubtierangriffe frühzeitig zu erkennen. Bekannt dafür sind die 1,6 Millionen Tiere, die jedes Jahr die große Wanderung von der Serengeti in die Masai Mara aus sich nehmen. Diese Herden werden auch als die weltweit größte Ansammlung größer Landsäuger bezeichnet. Streifengnus setzten Duftmarken mit ihren Zwischenzehendrüsen, damit andere Tiere ihrer Herde ihren Spuren folgen können. Dabei bewegen sie sich im Passgang, ähnlich den Elefanten und Giraffen, fort. Manchmal vollführen sie auch Bocksprünge und wedeln dabei auffällig mit dem Schwanz. Gnus haben eine sehr feine Sinneswahrnehmung, bei sind das Sehen, das Hören und der Geruchssinn stark ausgeprägt. Sie sind in der Lage Regenfälle in großen Entfernungen wahr zunehmen und wandern dann gezielt in die Richtung, des nach dem Regen frisch sprießenden Grases. Streifengnus ernähren sich eigentlich nur von Gras, doch selbst da sind sie wählerisch. Sie bevorzugen frisch gewachsenes Gras, das z.B. auf vor kurzem abgebrannten Flächen spriest. Nur in Ausnahmefällen weiden sie Halme ab, die länger als 15 Zentimeter sind. Die Geburten innerhalb einer Gruppe finden bei den Streifengnus immer zur gleichen Zeit statt. Die Jungen können dann kurz nach der Geburt bereist stehen und nur fünf Minuten später ohne größere Probleme laufen. Obwohl sie noch bis zu ihrem fünften Lebensmonat gesäugt werden, nehmen sie nach zwei Wochen auch schon Gras zu sich. Gnus machen unterschiedliche Geräusche. Weibchen schnauben und grunzen, Jungtiere blöken und die Männchen geben quakende Laute von sich. Der Name Gnu soll aus der Sprache der Khoikhoi stammen.

Lebt das Streifengnu nur in großen Herden?

Es wurde festgestellt, dass die großen Herden eigentlich ein regionales Phänomen der Serengeti und der Masai Mara sind. Streifengnus leben in anderen Gebieten selten in größeren Gruppen sondern eher in Familienverbänden. Es könnte sein dass die Gruppenbildung mit den Landschaftsgegebenheiten zu tun hat. Außer in der Serengeti leben die Tiere nämlich in Gebieten mit mehreren Bäumen. Teils wegen des Schattens, aber auch um Raubtieren nicht sofort ins Auge zu fallen. In baumlosen Steppen wie der Serengeti könnte die Gruppenbildung eine Schutzmaßnahme sein.

Der Mensch und das Gnu

Gnus wurden schon von jeher gejagt. Ihr Fleisch soll schmackhaft sein und die Haut wird zu Leder gegerbt, der Schwanz wird zu Fliegenwedel verarbeitet. Mit der Ankunft weißer Siedler in Afrika wurden die Herden stark dezimiert. Erst dank großer Schutzbemühungen konnte der Bestand wieder erhöht werden. In der Serengeti stieg z.B. die Population von etwa 400.000 Tieren im Jahr 1970 auf heute wieder über 1,6 Millionen. Es gibt aber auch negative Beispiele: In Botswana z.B. gab es 1970 noch 300.000 Streifengnus heute zählt man etwa 25.000.