Tierlexikon: Takin

Aufgenommen im Tierpark Hellabrunn 2011 – Foto:M.Schmid

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Budorcas taxicolor
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
Bhutan, China, Indien, Myanmar
Lebensraum:
banbusbewachsene und felsige Berghänge
Gattung:
Budorcas
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gefährdet

Takine leben während des Sommers in großen geschlechterübergreifenden Gruppen von bis zu 300 Tieren. Im Winter splitten sich diese Riesenherden in mehrere kleinere Gruppen auf. Alte Männchen ziehen meist als Einzelgänger umher.
Bei der Nahrungssuche verwenden Takine immer wieder die selben Wege, die sie auch zu Salz- und Mineralquellen führen. Im Sommer fressen sie die frischen Blätter von den Bäumen, im Winter begnügen sie sich mit Zweigen den Nadeln der Nadelbäume. Die Zeit der Nahrungssuche hängt von der Temperatur ab. Im Sommer sind sie hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden unterwegs, bei schlechtem Wetter aber auch schon mal den ganzen Tag.
Der Takin ist gut an seinen Lebensraum angepasst. Das dichte Fell schützt ihn vor der Kälte und dem schlechten Wetter der Gebirgsregionen zudem gibt ihn sein stämmiger Körperbau die notwendige Standfestigkeit auf Hängen. Ihre Fellfarbe nützt dem Tier auch als Tarnung, denn bei Gefahr legen sie sich meist flach auf den Boden und verschmelzen dann farblich mit der Umgebung. Außerdem warnen sie Artgenossen mit einem hustenähnlichen Laut. Männliche Takine neigen aber auch zu Gegenangriffen, was schon mancher Wanderer schmerzlich erfahren musste.
Typische Merkmale eines Takin sind der unbehaarte Kopf, die Schafsbocknase, die abstehenden Ohren oder die 50cm langen Hörner bei beiden Geschlechtern. Zudem besitzt er breite Hufe unter den starken Beinen,was aber bei Gebirgstieren eher normal ist.

Ist der Takin ein Rind oder eine Ziege?

Bis heute ist die systematische Einteilung der Art nicht klar erforscht. Rein optisch könnte man die Tiere wegen ihrer Hörner den Gnus, wegen ihrer Beine den Ziegen, oder wegen ihrem Körperbau dem Moschusochsen zuordnen. Man hat sich allerdings bereits darauf geeinigt, dass die nähere Verwandtschaft bei den Schafen oder den Moschusochsen zu suchen ist. Bis die Verhältnisse endgültig geklärt sind wird er als einziges Mitglied der Gattung Budorcas geführt.

Unterarten des Takins

Weder die IUCN noch der Catalogue of Life führen Unterarten des Takins. In Zoos wird die Art jedoch drei Unterarten unterteilt. Was vorrangig nach Aussehen oder Herkunft geschieht.

Mishmi-Takin
(Budorcas taxicolor taxicolor)
Diese Unterart kommt in den chinesischen Provinzen Tibet und Yunnan, Indien und Myanmar vor. Sie ist sehr selten und wird von den einheimischen stark bejagt.

Sichuan-Takin
(Budorcas taxicolor tibetana)
Diese Unterart kommt im östlichen Hochland Tibets, und den Min-Bergen in China vor. Er bewohnt den selben Lebensraum wie der Große Panda.

Goldenes Takin
(Budorcas taxicolor bedfordi)
Diese Unterart lebt nur noch in mehreren Nationalparks im Qinling-Gebirgszug in China vor. Man geht von nur noch 5.000 wild lebenden Exemplaren aus. Dieser Unterart wird von nicht wissenschaftlichen Quellen Jasons „Goldenes Vlies“ aus der griechischen Argonauten-Sage zu geschrieben.