Tierlexikon: Trampeltier

Trampeltier im Tierpark Hellabrunn 2011 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
camelus ferus oder camelus bacrtius
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
China, Mongolei
Lebensraum:
Wüsten, Halbwüsten und Grassteppen
Gattung:
Altweltkamele
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: vom Aussterben bedroht

Die tagaktiven Trampeltiere leben in Herden von bis zu 15 Tieren. Diese bestehen aus einem Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs. Die Tiere sind nicht sonderlich anspruchsvoll an Nahrung oder Lebensraum. Sie verzehren frisches Gras ebenso wie trockenes, dorniges oder gar salziges Gestrüpp. Auf der Suche nach Nahrung wandern sie durch Wüsten und auf Gebirgshöhen von bis zu 2000 Metern. Trampeltiere sind in der Lage große Kälte und große Hitze auszuhalten. Für das Leben in der Wüste können sie ihre Körpertemperatur regulieren. In den kalten Nächten sinkt sie auf bis 34°C ab, während sie tagsüber mit der Hitze auf bis zu 42°C ansteigen kann. Das schützt vor unnötigem Schweiß- und damit Wasserverlust. Leben die Tiere in kälteren Regionen, so wächst ihnen im Herbst ein Winterfell, das ihnen dann im Frühjahr,ähnlich dem Bison, in Fetzen wieder ausfällt. Man kann das in Zoos gut beobachten. Auch in anderen Belangen hat sich das Trampeltier gut an seinen natürlichen Lebensraum angepasst. So kann es z.B. die Nasenlöcher verschließen – ein Schutzmechanismus bei Sandstürmen. Auch wenn das Trampeltier harmlos wirkt, so kann es mit seinen starken Eckzähnen zubeißen und dabei tiefe und schmerzhafte Wunden hinterlassen. Aggressivität wird aber meist nur bei Hengsten beobachtet. Heute gibt es nur noch wenige hundert wildlebende Tiere, die in kleinen Gruppen die Wüste Gobi bevölkern. Ansonsten ist die Wildform bereist ausgestorben.

Warum hat das Trampeltier Höcker

Entgegen der landläufigen Meinung speichert das Trampeltier in seinen zwei Höckern kein Wasser. Dieser Irrglaube kommt von dem perfekten Wasserhaushalt des Tieres. Es ist in der Lage bis zu 25% seines Körpergewichts durch Dursten zu verlieren, ohne zu sterben – eine Mensch wäre bei über 12% tot. Wenn die Tiere nach langer Zeit wieder Wasser trinken, so können in wenigen Minuten bis zu 150 Liter zu sich nehmen. In den Höckern dagegen wird das Fett gespeichert, da mit langen Durststrecken auch meist das Fehlen von Nahrung einhergeht.

Das Trampeltier als Nutztier

Das Trampeltier wurde wahrscheinlich vor etwa 3.000 Jahren in der Gegend des heutigen Iran zu ersten Mal als Haustier gehalten. Man geht davon aus, dass es zunächst nur als Lastentier genutzt wurde. Später nutzten die Nomaden die Tiere auch anderweitig, so dient z.B. der getrocknete Dung als Brennstoff und die Wolle wird zu Filzmatten für die Jurten der Wanderhirten verwendet. Alle Trampeltiere, die heute in zoologischen Einrichtungen gehalten werden, sind Nachkommen dieser domestizierten Tiere. Wildtiere wurden für den Tierhandel schon lange nicht mehr gefangen.