Tierlexikon: Trauerschwan

Trauerschwan im Raritätenzoo Ebbs - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Trauerschwan im Raritätenzoo Ebbs – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Cygnus atratus
Verbreitung kontinental:
Australien, Asien, Europa
Verbreitung regional:
Australien, Neuseeland, Singapur, Spanien, Indonesien
Lebensraum:
Lagunen und Seen
Gattung:
Schwäne
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Trauerschwan, auch Schwarzer Schwan genannt, lebt als Paar oder in losen Gruppen. Er verhält sich überhaupt nicht territorial, nur geschlechtsreife Männchen gehen sich etwas aus dem Weg. Der Trauerschwan ist ein Standvogel, der sich jedem Klima anpassen kann. Selbst wenn er gejagt oder massiv gestört wird weicht er nur aus und bliebt immer in der Nähe seines angestammten Gewässers.
Der Trauerschwan ist mit bis zu knapp neun Kilo Gewicht und einer Spannweite von etwa zwei Metern ein sehr großer Vogel. Er hat ein pechschwarzes Gefieder, das auch für seinen Namen verantwortlich ist, rote Augen und einen roten Schnabel mit einer weißen Spitze. Wenn er seine Flügel ausbreitet kann man die weißen Handschwingen sehen. Männchen und Weibchen sind optisch kaum zu unterscheiden. Der Trauerschwan ist ein guter und eleganter Flieger, benötigt zu Starten allerdings mindestens 40 Meter freies Gewässer als Anlauf.
Der Trauerschwan ist ein Allesfresser. Er bevorzugt allerdings pflanzliche Kost, wie etwa Algen, sowie Wasser- und Uferpflanzen. Gelegentlich ergänzt er seinen Speiseplan mit Insekten und deren Larven. Der Trauerschwan gründelt bevorzugt in Gewässern mit bis zu einem Meter Tiefe.
Trauerschwäne bilden ein Paar, das ein Leben lang zusammen bleibt. Bei der Partnerwahl sind sie äußerst heikel, es dauert manchmal Monate ehe ein Partner dem Werben des anderen nachgibt. Verstirbt ein Partner kommt es vor, dass der Verbliebene keine Bindung mehr eingeht. Beide Geschlechter bauen ein Nest zwischen dichten Uferpflanzen. Das Weibchen legt dann bis zu sechs Eier, die beide Partner etwa eineinhalb Monate lang ausbrüten. Beide Elternteile kümmern sich knapp ein halbes Jahr um den Nachwuchs ehe dieser selbstständig wird. Die Jungvögel bleiben allerdings anschließend noch ein Viertel Jahr bei den Eltern.
In der Finanzwirtschaft bezeichnet Begriff „Schwarzer Schwan“ ein drohendes großes Unheil.

Wie sich Trauerschwäne unterhalten…

Wenn sich zwei Trauerschwäne treffen begrüßen sie sich mit Auf- und Abbewegungen des Kopfes. Dazu geben sie lauthals Geräusche von sich. Dieses Verhalten wird als „Bobbing“ bezeichnet. Der Trauerschwan ist im Allgemeinen sehr geschwätzig, manchmal legt er seinen Hals auf Wasser und gibt ein Trompeten von sich. Damit ruft er einen Artgenossen, oder verleiht einfach seinem Unmut Ausdruck.

Der Trauerschwan und der Mensch

Der Trauerschwan ist das Wappentier des australischen Bundesstaates Western Australia und ist auch auf deren Flagge zu sehen. Im Jahre 1697 dokumentierte zum ersten Mal ein Mensch die Sichtung eines Trauerschwans in der Region des heutigen Perth. Im Jahre 1890 begannen die Behörden mit der gezielten Ansiedlung von Trauerschwänen auf dem ganzen Kontinent als Ziervogel.
Nach Europa kamen die ersten Trauerschwäne im Jahre 1791. Wo sie zunächst nur in Großbritannien, bald darauf aber auch in Frankreich gehalten werden. Die Erstzucht in Europa konnte 1837 der Zoo von London melden, aber bereits ab 1850 wurden Trauerschwäne aber auch in Frankreich und Deutschland erfolgreich großgezogen. Man versuchte mehrfach den Trauerschwan in Europa auszuwildern, jedoch wurde er immer wieder vom Höckerschwan verdrängt. Erst in der heutigen Zeit konnten sich einige Wildpopulationen in Europa aufbauen, wo er auch ein beliebter Ziervogel in öffentlichen Parks ist.
In Deutschland konnte das Weibchen „Petra“ auf dem Aasee in Münster Berühmtheit erlangen. Der Trauerschwan hatte sich von 2006 bis 2008 ein Tretboot in Form eines weißen Schwanes als Partner auserkoren.