Tierlexikon: Uhu

Uhu im Raritätenzoo Ebbs - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Uhu im Raritätenzoo Ebbs – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Bubo bubo
Verbreitung kontinental:
Asien, Europa
Verbreitung regional:
Afghanistan, Albanien, Andorra, Armenien, Österreich, Aserbaidschan, Weißrussland, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, China, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Indien, Iran, Irak, Israel, Italien, Japan, Kasachstan, Nordkorea, Südkorea, Kirgistan, Lettland, Libanon, Liechtenstein, Litauen, Luxembourg, Mazedonien, Moldawien, Mongolei, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Pakistan, Palästina, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Syrien, Tadschikistan, Türkei, Ukraine, Usbekistan, Bahrain, Gibraltar
Lebensraum:
abwechslungsreiche Landschaften mit Wald, Felsen und Wiesen
Gattung:
Uhus
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: nicht gefährdet

Der Uhu, auch Adlereule genannt, ist ein ausgesprochener Einzelgänger, der sein Revier, das je nach Nahrungsangebot in der Größe variiert, gegen jeden Artgenossen. Nur während der Brut und der Jungenaufzucht tolerieren sich die Paare.
Der Uhu ist mit bis zu einem dreiviertel Meter Größe und über vier Kilo Gewicht, die größte Eulenart. Er kann eine Spannweite von knapp zwei Metern erreichen. Charakteristisch sind die feuerroten Augen und die langen Federohren. Die Färbung des Gefieders ähnelt einer Baumrinde, was dem Uhu als Tarnung bei der Jagd und beim Schlafen sehr hilfreich ist. Er hat ein sehr feines Gehör und ausgezeichnete Augen, die selbst es ihm ermöglichen selbst die kleinste Lichtquelle so zu verstärken, dass er selbst bei Nacht gut sehen kann. Entgegen der landläufigen Meinung ist es auch dem Uhu bei vollständiger Dunkelheit nicht möglich etwas zu sehen.
Der Uhu ist ein reiner Fleischfresser. Aufgrund seiner Größe jagt er auch größere Beutetiere, wie Hasen, Füchse, Rehkitze und sogar Reiher. Der Uhu frisst seine Beute mit Knochen, Schnäbeln, sowie Fell und Federn. Diese verbinden sich in seinem Magen zu sogenannten „Speiballen“, die er als Gewölle wieder heraufwürgt.
Der Uhu brütet in Baumhöhlen und Felsnischen, wobei das Weibchen kein Nest baut, sondern ihre bis zu fünf Eier einfach ablegt. Sie brütet diese dann einen guten Monat lang alleine aus. Wenn die Küken schlüpfen bleiben sie etwa zwei Monate in oder in der Nähe der Bruthöhle und werden hauptsächlich vom Vater mit Nahrung versorgt. Im Alter von etwa fünf Monaten werden die Jungvögel dann selbstständig.
Der Uhu hat seinen Namen von seinen lauten und tief tönenden Balzrufen, die wie ein „u-hu“ oder „bu-bo“ klingen.

Der Uhu und andere Vögel

Entdecken Vögel, die in ihm einen potenziellen Fressfeind sehen, am Tag einen ruhenden Uhu, so reagieren sie sehr Aggressiv auf ihn. Sie beginnen in seiner Nähe laut zu rufen und fliegen sogar Angriffe auf den Raubvogel. Dieses Verhalten nennt man „hassen“. Es betrifft aber nicht nur den Uhu, auch andere große Greifvögel, wie der Adler sind oft von diesem Verhalten betroffen. Hier stören die kleineren, wendigeren Vögel, den auf Thermik angewiesenen großen Greifvogel.

Unterarten des Uhu

Der Uhu wird in 17 Unterarten aufgeteilt, die sich in Verbreitungsgebiet und teilweise im Aussehen unterscheiden. Prinzipiell gilt umso nördlicher der Lebensraum, desto heller das Gefieder.

Bubo bubo bubo
Stammform des Uhus
gesamtes Verbreitungsgebiet

Bengalenuhu – Bubo bubo bengalensis
schmächtiger als die Stammform mit hellerer Brust
indischer Subkontinent, südlich des Himalaya

Bubo bubo borissowi
kräftigere Braunfärbung als die Stammform
russische Pazifikküste

Bubo bubo hemachalanus
blasseres Muster als die Stammform
westliches China, Tibet und Afghanistan

Bubo bubo hispanus
Iberische Halbinsel

Bubo bubo interpositus
deutlicher sperberähnliche Brustfärbung und schmächtigerer Körperbau
Kaukasusregion

Bubo bubo jakutensis
feinere Schwarz-Zeichnung in regelmäßigen Reihen auf der Brust
nordöstliches Sibirien

Bubo bubo kiautschensis
koreanische Halbinsel und chinesische Regionen Sichuan und Yunan

Bubo bubo nikolskii
kleiner als die Stammform und insgesamt helleres Gefieder
Irak, Iran und Pakistan

Turkmenen-Uhu – Bubo bubo omissus
deutliche helleres Gefieder als die Stammform
Turkmenistan, nordöstlicher Iran und nordwestliches China

Bubo bubo ruthenus
insgesamt heller mit weniger Schwarz-Zeichnung
westliches Russland bis West-Sibirien

Sibirischer Uhu – Bubo bubo sibiricus
etwas kleiner als die Stammform, mit deutlich hellerem,weißlich-braunen Gefieder
West-Sibirien bis zum Altai.Gebirge

Bubo bubo tarimensis
westliches China und nördliche Mongolei

Bubo bubo tibetanus
Hochplateau von Tibet

Bubo bubo turcomanus
blasseres Gefieder als die Stammform und kaum Schwarz-Zeichnung auf dem Bauch
Kasachstan, nordwestliches China und westliche Mongolei

Bubo bubo ussuriensis
eher gräuliches Gefieder und verwaschene schwarze Flecken auf der Brust
südöstliches Sibirien, östliche Mongolei und nordöstliches China

Bubo bubo yenisseensis
eher gräulich-ockerfarbenes Gefieder
Ostsibirien und nördliche Mongolei