Tierlexikon: Ungarisches Steppenrind

Aufgenommen in der Tierwelt Herberstein 2012 – Foto:M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
Domestizierte Art
wissenschaftlicher Name:
Bos primigenius f. taurus
Ursprung kontinental:
Europa
Ursprung regional:
Ungarn

Das Ungarische Steppenrind stammt ursprünglich aus dem ungarischen Tiefland und wird wahrscheinlich seit dem 9.Jahrhundert gezüchtet. Eigentlich als Milchlieferant gehalten, wurde ab dem 19.Jahrhundert auch als Arbeitstier genutzt.
Die ungarischen Bauern nutzten das Ungarische Steppenrind universell. So wurden z.B. der Talg für die Kerzenproduktion und die Knochen zur Leimherstellung verwendet. Die Haut der Tiere erzielte früher bei Gerbern gute Preise, da man daraus gutes Leder für Stiefel fertigen kann. Historiker vermuten, dass das portionsweise Wiederaufkochen von Trockenfleisch von Ungarischen Steppenrindern der Vorläufer von Gulasch war. Auch viele Gebrauchsgegenstände wurden aus den Hörnern der Tiere geschnitzt, vor allem weil es in der ungarischen Steppe wenig Bäume und damit auch wenig Holz gab.
Ungarische Steppenrinder sind schlank und hochbeinig. Mit erhobenem Kopf können die Tiere knapp zwei Meter Höhe groß werden. Bullen können bis zu einer Tonne Gewicht erreichen und Kühe werden etwa 600 Kilo schwer. Die Tiere gelten als robust, langlebig und leichtgebärend. Die Hörner weisen nach oben und sind lang und ausladend.
In Deutschland und Österreich wurde das Ungarische Steppenrind im 19.Jahrhundert ebenfalls als Arbeitstier genutzt, verlor aber nach den beiden Weltkriegen im Zuge der Industrialisierung seine Bedeutung. Heute ist die Rasse vom Aussterben bedroht, der Tiefstand im weltweiten Bestand waren 187 Kühe und sechs Bullen.