Tierlexikon: Zwergflamingo

Zwergflamingo im Jura-Zoo Neumarkt - Foto: M.Schmid/zoogast.de

Zwergflamingo im Jura-Zoo Neumarkt – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Phoeniconaias minor
Verbreitung kontinental:
Afrika, Asien, Europa
Verbreitung regional:
Angola, Botswana, Burundi, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Indien, Kenia, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Pakistan, Senegal, Sierra Leone, Südafrika, Tansania, Uganda; Jemen, Sambia, Simbabwe, Afghanistan, Tschad, Komoren, Ägypten, Ghana, Iran, Mauritius, Marokko, Niger, Nigeria, Oman, Réunion, Ruanda, Sao Tomé und Principe, Saudi Arabien, Somalia, Spanien, Sri Lanka; Swasiland, Vereinigte Arabische Emirate, Sudan
Lebensraum:
brackige Lagunen und Salzseen
Gattung:
Phoeniconaias
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gering gefährdet

Zwergflamingos leben in riesigen Kolonien die bis zu einer Million Tiere stark sein können. Der Zwergflamingo ist die kleinste Flamingoart, die Tiere werden nur bis zu knapp einen Meter groß und etwa zwei Kilo schwer. Erwachsene Zwergflamingos haben, wie alle Flamingoarten ein rosa gefärbtes Gefieder, dessen Färbung mit dem Futter zusammenhängt. Im Vergleich zu den anderen Flamingoarten erkannt man den Zwergflamingo auch an der dunkelroten Färbung um die rosa Augen und daran, dass ihr Schnabel ganz schwarz ist. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Der Zwergflamingo ist ein ausgezeichneter Flieger, der beim Flug immer den Kopf ausgestreckt hält.
Der Zwergflamingo ist ein Nahrungsspezialist, der sich ausschließlich von Bakterien, Algen und anderen Mikroorganismen ernährt. Sein Schnabel ist sehr gut für die Aufnahme dieses Futters geschaffen: Durch Lamellen filtert der Vogel die winzigen Lebewesen aus dem Wasser. Diese Lebewesen leben allerdings nur in sehr salzhaltigem Wasser. Manchmal sieht man die Vögel auch mit anderen Flamingos anderer Art zusammenleben, das kommt daher, dass sich die Arten bei der Nahrungssuche nicht in die Quere kommen, Zwergflamingos filtern ihr Futter aus der oberen Wasserschicht, während die anderen Flamingoarten im Bodenschlamm suchen. Zwergflamingos leben nicht an Gewässern, in denen viele Fische leben, da sich die beiden Arten von den selben Kleinstlebewesen ernähren.
Zwergflamingos bauen eine Schlammkegel als Nest für das eine Ei, das sie pro Saison ausbrüten. Sinn dieses hoch gelegenen Nestes ist der Schutz vor Überflutung, da die Vögel nur in unmittelbarer Nähe ihrer Futterplätze brüten. Abwechselnd brüten beide Elternteile das Ei etwa einen Monat lang aus. Danach wird das Jungtier mit einer Krofpmilch, eine Art Brei, die bei den Elterntieren in der Speiseröhre gebildet wird, gefüttert. Nach etwas mehr als einer Woche verlassen die Jungen ihr Nest und leben dann mit den anderen Jungtieren der Kolonie in einer Art Kindergarten zusammen und werden etwa drei Monate lang von allen erwachsenen Tieren betreut. Gefüttert werden die Jungvögel aber ausschließlich von ihren leiblichen Eltern, die ihren Nachwuchs am Geschrei erkennen.
Die Massai glaubten, dass der Zwergflamingonachwuchs aus dem Wasser der Salzseen entsteigt, da sie die Brutkolonien, die geschützt auf Inseln in der Mitte dieser Seen liegen, nicht sehen konnten. Der Staat Angola hat dem Zwergflamingo eine Briefmarke gewidmet.