Tierlexikon: Zwergotter

Zwergotter im Raritätenzoo Ebbs 2013 – Foto: M.Schmid/zoogast.de

Allgemein
wissenschaftlicher Name:
Aonyx cinerea
Verbreitung kontinental:
Asien
Verbreitung regional:
Bangladesch, Bhutan, Brunei, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Philippinen, Singapur, Taiwan, Thailand, Vietnam
Lebensraum:
dicht bewachsene Gebiete in Gewässernähe
Gattung:
Fingerotter
Gefährdung:
Rote Liste der IUCN: gefährdet

Der tagaktive Zwergotter wird auch Kurzkrallenotter genannt und lebt in Familiengruppen von bis zu zwölf Tieren. Sie leben immer in Gewässern in Küstennähe, wo sie ihren Bau immer am Wasserrand anlegen, in die sie über einen Eingang unter Wasser hinein kommen. Die Höhle selbst liegt immer über der Wasserlinie und hat eine kleine Öffnung durch die Sauerstoff herein kommen kann. Auf die Jagd gehen sie in der Regel gemeinsam und sie orientieren sich dabei mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn.
Er ist die kleinste aller Otterarten und hat kurze Krallen, die aber eigentlich für das Tier nutzlos sind. Auch seine Schwimmhäute haben sich zurück gebildet und ermöglichen es ihm so seine einzelnen Finger besser zu bewegen. Trotzdem sind sie schnelle und geschickte Schwimmer und Taucher. Sie können unter Wasser bis zu 10 km/h schnell werden, blitzartig wenden und bis zu fünf Minuten am Stück tauchen. Wenn sie schwimmen halten sie immer den ganzen Kopf über Wasser. An Land faulenzen die Zwergotter oft auf Sandbänken in der Sonne, wenn sie laufen sind sie in der Regel langsam, können aber bei Gefahr auch sehr schnell werden.
Als Beute bevorzugen Zwergotter Muscheln, Krebsen, Schnecken und anderen Weichtiere. Hauptsächlich haben sich die Zwergotter aber auf Schalentiere und Muscheln spezialisiert. Sie suchen die Muscheln nicht nur auf dem Boden der Gewässer sondern graben sie auch aus dem Schlick aus. Bevor sie ihre Beute fressen, knacken sie die Schale mit ihren harten Zähnen, während sie diese in fest in den Händen halten. Dieses Verhalten ist unter Ottern einzigartig, alle anderen Arten nehmen ihre Nahrung mit dem Mund auf.

Gefahren für den Zwergotter

Der Pelz des Zwergotters ist thermoregulierend, das heißt er hält das Tier im Wasser warm, lässt aber die Wärme an Land entweichen. Das macht die Art natürlich für die Pelzindustrie interessant und sorgt dafür dass immer wieder Tiere geschossen werden. Da er oft Schäden in Reisfeldern anrichtet und die Krebsfallen der Fischer entleert wird er von der Landbevölkerung oft als Schädling gejagt. Fressfeinde des Zwergotters sind hauptsächlich Krokodile und Schlangen. Doch am gefährlichsten für den Zwergotter ist der Verlust seines Lebensraums durch Rodung und anderweitige Umweltzerstörungen.

Unterarten des Zwergotters

Den Zwergotter gibt es in drei Unterarten, die nach ihrem Verbreitungsgebiet unterschieden werden.

Aonyx cinerea concolor – nördliches Indien und Myanmar

Aonyx cinerea nirnai – südliches Indien

Aonyx cinerea cinerea – übriges Verbreitungsgebiet