Tierpark Bochum: Auf Wiedersehen Pinguin Paul – Willkommen, Lars und Nikolaus

Foto: Tierpark Bochum

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Besucherliebling Humboldt-Pinguin „Paul“ hat ein neues Zuhause gefunden. Zusammen mit „Pascal“, einem Jungvogel aus diesem Jahr, hat er vor wenigen Tagen seine Bochumer Artgenossen verlassen und ist in den Tierpark Neumünster umgezogen. Im Tausch für das Bochumer Duo kamen die zwei Humboldt-Pinguine „Lars“ und „Nikolaus“ mit ins Ruhrgebiet, die hier für eine Blutauffrischung der Gruppe sorgen sollen.

Pinguin „Paul“ pellte sich im Frühjahr 2015 aus dem Ei. Aufgrund eines drastischen Gewichtsverlusts in den ersten Lebenstagen, entschied das Tierparkteam damals, das Küken mit der Hand großzuziehen, um das Gewicht besser beobachten zu können. In der liebevollen Obhut der Pfleger entwickelte sich der Jungvogel prächtig. Im Juli 2015 zog er zu seinen Artgenossen in die Erlebnisanlage „Nordseewelten“ um, wo er sich schnell einlebte, die enge Vertrautheit zu den Tierpflegern jedoch nicht verlor. Tierparkbesucher konnten Pauls Entwicklung seitdem Schritt für Schritt mitverfolgen. Durch diverse Fernsehbeiträge im WDR – „Pauls erste ‚Schwimmstunden‘“, „Paul als tollstes Tier im Revier“ oder „Frühjahrsputz im Tierpark mit Paul“ – erreichte der kleine Humboldt-Pinguin schnell große Bekannt – und Beliebtheit. Zuletzt sorgte er in diesem Jahr als EM-Orakel für Schlagzeilen. „Die Entscheidung, Paul abzugeben, ist uns nicht leicht gefallen. Im Rahmen unserer Beteiligung am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Humboldt-Pinguine müssen wir jedoch von Zeit zu Zeit Tiere an andere zoologische Einrichtungen vermitteln, um die genetische Vielfalt in unserer Gruppe zu erhalten“, erklärt Zoodirektor Ralf Slabik.

Der Abschied von „Paul“ bringt aber auch etwas Positives mit sich. Nämlich die beiden Pinguinmännchen „Nikolaus“ und „Lars“. Die beiden Frackträger sind 2015 im Tierpark Neumünster geschlüpft. „Nikolaus“ erhielt seinen Namen aufgrund seines – für Pinguine eher späten – Schlupftags am 06.12.2015! Beide haben bereits die Größe eines ausgewachsenen Pinguins. Lediglich das fehlende schwarze Brustband und die fehlende schwarze Gesichtsmaske verraten „Nikolaus‘“ jugendliches Alter. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase im separaten Becken, wurden die beiden Tiere kürzlich mit den anderen Bochumer Humboldt-Pinguinen zusammengeführt. Mit Erfolg! Die Neuankömmlinge schwimmen putzmunter durch das 565.000 Liter große Seewasserbecken und drängeln sich bei den täglichen, öffentlichen Fütterungen immer ganz nach vorne, um ihre Portion Fisch zu ergattern. Zu erkennen sind sie an der schwarzgelben („Lars“) und grünroten („Nikolaus“) Markierung am linken Flügel.

Humboldt-Pinguine (Spheniscus humboldti) sind in den Küstenregionen Perus und Chiles entlang des Humboldtstroms beheimatet, wo sie in Kolonien zusammenleben. Sie sind perfekte Anpassungskünstler: Ihr Gefieder schützt sie sowohl vor extremer Hitze als auch vor Kälte und ihr stromlinienförmiger Körper macht sie zu hervorragenden Schwimmern. Dennoch sind Humboldt-Pinguine vom Aussterben bedroht. Spezielle Fischereitechniken mit Stellnetzen und Dynamit sowie der sinkende Fischbestand, welcher ihnen als Nahrungsgrundlage dient, sind maßgeblich für die Gefährdung der Wasservögel verantwortlich. In Zusammenarbeit mit der Vereinigung „Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguins e.V.“ setzt sich der Tierpark aktiv für den Schutz der sympathischen Frackträger ein.

Quelle: PM Tierpark Bochum