Tierpark Bochum: Kugelgürteltier eingezogen

Foto: Tierpark Bochum

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In der neugestalteten Südamerikaanlage des Bochumer Tierparks ist einer neuer, kugeliger Bewohner eingezogen! Das acht Monate alte Südliche Kugelgürteltier (Tolypeutes matacus) „Hektor“ ist vor wenigen Tagen aus dem Zoo Leipzig nach Bochum gereist und eine wahre Besonderheit. Denn die bedrohte Tierart wird außer im Bochumer Tierpark in nur zwei weiteren Zoos in NRW gehalten. Am vergangenen Wochenende konnte „Hektor“ erstmalig seine neue Anlage beziehen und hat sich dort bereits gut eingelebt.

„Hektor kam pünktlich zum Auftakt der Fußball Europameisterschafft bei uns an und ist mit seiner kugeligen Form das passende EM-Maskottchen“, berichtet Revierleiter Lukas Gers schmunzelnd und fügt hinzu: „Wir freuen uns sehr über unseren neuen Bewohner, da Kugelgürteltiere eher selten in Zoos zu finden sind. Als Vertreter einer bedrohten Tierart sind sie jedoch wichtige Botschafter für ihre Artgenossen.“ Der gepanzerte Kleinsäuger findet nun in der naturnah gestalteten Anlage ausreichend Platz und einen tiergerechten Lebensraum mit ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Zukünftig sollen in die Anlage weitere „Zwerge Südamerikas“ einziehen. Lukas Gers verspricht: „Hektor kann sich schon auf neue Mitbewohner freuen, die bald über seinem Kopf hinweg klettern werden.“

Sein markantes Aussehen unterscheidet Kugelgürteltier „Hektor“ deutlich von den anderen Säugetieren, die im Tierpark leben. Dies liegt vor allem an dem starken Rückenpanzer, der ihn umgibt. Der Panzer besteht aus zwei deutlich getrennten Teilen, die den Schultergürtel und den Beckenbereich bedecken. Beide Teile sind durch meist drei bewegliche Bänder verbunden. Auch Kopf und Beine sind teilweise gepanzert. Unter dem Panzer schauen helle Borsten hervor. Das Südliche Kugelgürteltier verdankt seinen Namen der Fähigkeit, sich bei Gefahr oder Kälte vollständig in seinen Panzer einzurollen. Aufgrund seiner geringen Körperlänge, 35 bis 42 Zentimeter, wird es häufig auch Zwerggürteltier genannt.

Der kleine Säuger ist in den Graslandschaften und dem Buschland Südamerikas beheimatet. Aufgrund der zunehmenden Zerstörung des natürlichen Lebensraumes werden die Tiere als potenziell gefährdet eingestuft. Südliche Kugelgürteltiere leben einzelgängerisch und finden sich nur zur Paarungszeit zusammen. Nach etwa 120 Tagen Tragzeit bringen die Weibchen meist ein Jungtier zur Welt, welches direkt nach der Geburt nicht größer als ein Tennisball ist. Der Nachwuchs ist zunächst noch blind, die kleinen Gürteltiere können jedoch direkt laufen und sich mithilfe ihrer Tasthaare orientieren. In menschlicher Obhut können sie ein Alter von über 20 Jahren erreichen.

Der ehemalige Bewohner der Gürteltier-Hauses, ein Grüner Leguan, ist nun zu den Lisztaffen und zahlreichen Fischen des Amazonas in eine große Biotopanlage umgezogen und kann im Aquarien- und Terrarienhaus besucht werden.

Quelle: PM Tierpark Bochum