Tierpark Bochum: Seehund-Männchen zieht in die Bochumer Nordseewelten ein

Foto: Tierpark Bochum

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Große Aufregung in den Bochumer Nordseewelten! Die vier Seehunddamen Fibo, Aurora, Cindy und Maxime haben männliche Gesellschaft bekommen. Kurz vor dem Jahreswechsel zog Seehund-Männchen „Ole“ in den Tierpark und versteht sich bereits prächtig mit seinen Mitbewohnerinnen.

Das sechs Monate alte Seehund-Männchen kam am 30. Juli 2015 im Neunkircher Zoo zur Welt. Dort wurde es – im Zuge eines Namenswettbewerbs auf der Facebookseite des Zoos – auf den Namen „Ole“ getauft. „Oles“ Geburt sorgte im saarländischen Zoo für besonders große Freude, nachdem im Vorjahr ein Seehundjunge verstorben war. Auch im Tierpark Bochum freut man sich sehr über den Neuankömmling! Vor einem Jahr verließ Seehund-Bulle „Duci“ den Tierpark, um in den Zoo nach Breslau in Polen umzuziehen Da er mit den Weibchen im Bochumer Tierpark verwandt ist, sollte er sich nicht mit ihnen paaren. Seitdem suchte das Tierpark-Team nach einem männlichen Nachfolger. „Es ist üblich, dass die wissenschaftlichen Abteilungen der Zoos ihre Tiere untereinander vermitteln, um die genetische Vielfalt zu erhalten“, erklärt Zoodirektor Ralf Slabik und fährt fort: „Bereits nach zwei Tagen Eingewöhnung konnten wir die Gruppe unter Beobachtung zusammenführen. Unsere vier Weibchen haben „Ole“ wunderbar aufgenommen und wir freuen uns, dass die Tiere so gut miteinander harmonieren.“

Noch ist „Ole“ ein sehr junger Seehund und es dauert noch etwas bis er die beeindruckende Größe eines ausgewachsenen, rund 150 Kilo schweren Bullen erreicht hat. Das Tierpark-Team ist jedoch voller Zuversicht, dass man in den nächsten Jahren wieder auf Nachwuchs in den Bochumer Nordseewelten hoffen kann.

Die Haltung und Zucht von Seehunden hat im Bochumer Tierpark schon lange Tradition. Seit mehr als 40 Jahren gehören die Meeressäuger zu den Besucherlieblingen des Ruhrgebietszoos. Im Jahr 2006 wurde mit dem Bau der Erlebnisanlage Nordseewelten ein neuer Lebensraum für die heimischen Robben geschaffen. In dem 565.000 Liter fassenden Meerwasserbecken leben sie zusammen mit einer Gruppe von Humboldt-Pinguinen. Mehrere Panoramascheiben ermöglichen hier faszinierende Unterwasseransichten der Tiere. Eine Brücke führt über das große Becken in eine Watvogelvoliere, in der Löffler, Säbelschnäbler und andere bekannte Vögel der heimischen Küstenregion zu finden sind. Gegenüber des Seehundbeckens zeigen zwei weitere Aquarien typische Nordseebewohner, wie Katzenhaie, Schollen, Einsiedlerkrebse oder Seeigel. Die Nordseewelten sind auch ein zentraler Aspekt der Zoopädagogik. „Im Rahmen des Lernprojekts ‚Lebensraum Wattenmeer‘ erhalten Schulklassen spannende Einblicke in die einheimische, weltweit einzigartige Naturlandschaft“, weiß Zoo- und Museumspädagogin Judith Becker und fährt fort: „In Gruppenarbeiten können sich die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung selbst Erkenntnisse über ausgewählte Tierarten und über biologische und physikalische Gesetzmäßigkeiten des Lebensraums erarbeiten.“

Besucher können die Seehunde und Pinguine bei den täglichen kommentierten Fütterungen um 10:30 Uhr und 15:30 Uhr näher kennenlernen und dabei ab sofort auch Neunankömmling „Ole“ entdecken.
Seehunde gehören zu den Hundsrobben und sind vor allem an der deutschen Nordseeküste zu finden – selten an der Ostsee. Auf Sandbänken sind sie häufig in Gruppen von mehreren Tieren zu sehen, im Wasser gehen die Meeressäuger jedoch alleine auf Beutejagd. Die Jungtiere werden sehr schnell selbstständig. Bereits nach fünf Wochen werden sie nicht mehr gesäugt und trennen sich von ihrer Mutter.

Quelle: PM Tierpark Bochum