Tierpark Bochum: Tigerpython zieht ins Terrarienhaus

Zoonews NewsMit einer Länge von fast drei Metern und einem stattlichen Gewicht von rund neun Kilogramm schlängelt sich seit wenigen Tagen ein neuer Tigerpython (Python molurus) durch das Terrarienhaus des Tierpark + Fossilium Bochum. Vor zwei Jahren wurde der Python als Sicherstellung vom Artenschutzzentrum des Naturschutzbundes (NABU) Leiferde in Niedersachen aufgenommen und gepflegt. Im Rahmen der engen Zusammenarbeit zwischen Tierpark und NABU trat das Reptil vor kurzem die Reise in den Ruhrgebietszoo an.

Die neue Riesenschlange des Tierparks fällt besonders durch ihre markante Färbung auf. Statt in einem wildfarbenen braunschwarz, leuchten die Schuppen des Reptils zitronengelb. Denn Tigerpython „Indra“ ist ein Amelanist. „Amelanismus ist – wie Albinismus – eine Melaninbildungsstörung, bei der die betroffenen Individuen allerdings nicht rein weiß erscheinen, da die gelben oder roten Farbpigmente der Haut unbeeinflusst bleiben. Diese Störungen sind sehr selten, können jedoch bei allen Organismen auftreten“, erklärt Revierleiter Dominik Töller. Der Neuankömmling übernimmt die frisch renovierte Anlage des viereinhalb Meter großen Tigerpythonweibchens „Esmeralda“, welche Ende April im hohen Alter starb. Zukünftig soll der Amelanist noch einen wildfarbenen Mitbewohner bekommen. Auch in der Zoopädagogik spielen Tigerpythons eine wichtige Rolle, wie Zoo- und Museumspädagogin Judith Becker erklärt: „Ein besonderes Kita-Konzept beschäftigt sich speziell mit den eindrucksvollen Riesenschlangen. Dabei lernen schon die Jüngsten wie sich diese Reptilien ernähren und erfahren alles über die faszinierenden Sinnesleistungen der Schlangen. Der direkte Tierkontakt mit einer unserer kleineren Zooschul Schlangenarten rundet das Erlebnis ab.“

In Zusammenarbeit mit dem NABU Leiferde leistet der Tierpark + Fossilium Bochum mit der Übernahme des Tigerpythons einen bedeutenden Beitrag zum Tier- und Artenschutz. „Die Kooperation mit gleichgesinnten Naturschutzeinrichtungen ist ein wichtiger Bestandteil unserer zoologischen Arbeit und unterstützt uns bei der Verfolgung unserer Ziele“, erläutert Zoodirektor Ralf Slabik, der persönlich nach Leiferde fuhr, um Tigerpython „Indra“ abzuholen. Die Auffangstation des NABU Niedersachsen hat es sich zur Aufgabe gemacht, hilfsbedürftige, heimische Wildtiere zu pflegen und schnellstmöglich geheilt in ihren natürlichen Lebensraum zu entlassen. „Wir nehmen auch Exoten auf, die aufgrund eines Verstoßes gegen den Artenschutz- oder die Tierschutzgesetzgebung behördlich beschlagnahmt wurden“, erklärt die Biologin und Geschäftsführerin des NABU Leiferde Bärbel Rogoschik und ergänzt: „Wir sind froh, dass wir Partnerinstitutionen wie den Bochumer Tierpark haben, an die wir Tiere, bei denen keine Auswilderungen möglich ist, weitervermitteln können.“ Mit jährlich rund 2.000 Pfleglingen aus über 200 Arten erhält das Artenschutzzentrum in Niedersachen auch zunehmend Bedeutung als Umweltbildungszentrum, in dem Besucher für die Wichtigkeit der Einrichtung und den Naturschutz allgemein sensibilisiert werden. Mit der Einstellung des Tigerpythons setzen Tierpark und Naturschutzbund ihre erfolgreiche Kooperation fort. Bereits seit einigen Jahren arbeitet der Tierpark + Fossilium Bochum eng mit der lokalen Gruppe des NABU zusammen. Gemeinsam setzen sich beide Institutionen für den Tier- und Naturschutz ein. Im vergangenen Jahr wurde dieses Engagement durch den Kooperationsvertrag des NABU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen und der Gemeinschaft der NRW-Partnerzoos abermals gefestigt.

Quelle: PM Tierpark Bochum