Tierpark Bochum und NABU Hand in Hand

Foto: Tierpark Bochum

Foto: Tierpark Bochum

„Die Spatzen pfeifen es von den Dächern“ – so heißt es sprichwörtlich. Doch das trifft nicht für das Ruhrgebiet zu: Die Artenzählung „Stunde der Gartenvögel“ des NABU ergab, dass Bochum und seine Nachbarstädte zu den Spatzen-ärmsten Regionen Deutschlands gehören. Dem wollen der Tierpark Bochum, die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet und der NABU Bochum mit der „Sonderaktion Spatzenkästen“ gemeinsam entgegen wirken: Am Sonntag, dem 14. Dezember, können im Foyer des Tierparks in der Zeit von 13:30 – 15:30 Uhr handgefertigte Spatzenkoloniekästen aus den Werkstätten für Behinderte erworben werden. Und das zum halben Preis, denn 50 Prozent des Kaufpreises stammen aus Artenschutzgeldern des NABU Bochum. So geht also jeder Koloniekasten für nur 15 Euro über den Tisch, solange der Vorrat reicht.

Jürgen Heuser von der Biologischen Station erläutert das Ansinnen der Aktion „Spatz braucht Platz“: „Durch Sanierungsmaßnahmen an Häusern fehlen die vielen kleinen Nischen, die der Gebäudebrüter Sperling braucht. Nisthilfen sind hier eine große Hilfe.“ Allerdings sei es ebenso wichtig, Nahrung und Lebensraum für Spatz und Co. in der Stadt zu bieten. „Dazu gehören heimische Gehölze, Blumenwiesen und hier und da mal eine Sandbad oder eine Pfütze zum Plantschen.“, erläutert der Vogelkundler. Ein Hausgarten, der davon etwas zu bieten habe, nutze Sperlingen und allen anderen wildlebenden Tieren in der Stadt sehr.

Der Haussperling, der im Volksmund auch Spatz genannt wird, ist eine Vogelart aus der Familie der Sperlinge. Der Spatz ist ein Kulturfolger und hat sich bereits vor Tausenden von Jahren dem Menschen angeschlossen. Heute ist er mit Ausnahme der Tropen fast auf der ganzen Welt in Menschennähe anzutreffen. Nach deutlichen Bestandsrückgängen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – vor allem im Westen Mitteleuropas – wurde der Sperling in die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen. „Der Tierpark Bochum beteiligt sich seit Jahren am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), durch das wir beispielsweise Nachzuchten unserer Mönchsgeier erfolgreich in den Pyrenäen auswildern konnten.“, berichtet Zoodirektor Ralf Slabik und fährt fort: „Der Artenschutz der großen, ist jedoch selbstverständlich genauso wichtig wie der Erhalt der kleinen Vögel. Deshalb sind wir froh, dass wir der Aktion „Spatzenkästen“ unsere Räumlichkeiten zur Verfügung stellen können und hoffen, dass viele Besucher einen der Holzkästen kaufen, der sich auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignet.“

Bereits vor drei Jahren gab es eine solche Sponsoring-Aktion in Bochum. Damals wurden in der ökologischen Kleingartenanlage „Kraut & Rüben“ fast 100 Koloniekästen unter die Bochumer gebracht.

Quelle: PM Tierpark Bochum