Tierpark Chemnitz: Deutsche Erstnachzucht bei den Kleinen Winkerfröschen

Zoonews NewsDas Vivarium ist das Alleinstellungsmerkmal des Chemnitzer Tierparks. In vier unterschiedlich temperierten Räumen werden rund 60 Amphibienarten gehalten und gezüchtet, die man in dieser Vielfalt nur an wenigen Orten der Welt bestaunen kann. Am 31.12.2015 lebten knapp 400 Amphibien im Tierpark, das ist ein mehr als ein Drittel des gesamten Tierbestandes! Der größte Vertreter im Vivarium ist dabei der Chinesische Riesensalamander, die kleinsten sind unter den farbenfrohen Baumsteigerfröschen zu finden.

2015 wurde der Tierbestand um vier neue Arten bereichert: den sehr seltenen und vom Aussterben bedrohten Kaisermolch sowie Ohrenfrosch, Weißbart-Ruderfrosch und Kleiner Winkerfrosch. 2016 kamen schon drei neue Arten dazu. Natürlich geht auch hin und wieder mit dem Tod des letzten Vertreters eine Amphibienart aus dem Bestand heraus.

Der Kleine Winkerfrosch sorgte nun für große Freude bei den Mitarbeitern des Tierparks, denn hier glückte die erfolgreiche Erstnachzucht in einem deutschen zoologischen Garten. Im Juli 2015 bekam der Tierpark Chemnitz 15 Tiere aus dem Tiergarten Schönbrunn in Wien. Nur fünf Monate später waren die ersten Kaulquappen zu sehen. Das Quappenstadium dauert etwa drei Monate, danach entwickelt sich der fertige Frosch. Das das erste Jungtier hat sich komplett umgewandelt und weitere Quappen stehen vor der Metamorphose.

Wie der Name schon sagt, winken die männlichen Tiere mit ihren Hinterbeinen, was als optisches Signal für Artgenossen dient. Kleine Winkerfrösche erreichen eine Körpergröße von 2 cm und kommen nur im Norden der Insel Borneos vor. Dort bevorzugen sie als Lebensraum humide Primärwälder. Diese Froschart ist bisher weitestgehend unerforscht und über ihre Häufigkeit ist noch nichts bekannt. Derzeit sind unsere Kleinen Winkerfrösche leider nicht zu sehen, da sie sich aufgrund der Nachzucht hinter den Kulissen befinden.

Quelle: PM Tierpark Chemnitz