Tierpark Chemnitz: Tiger Jantar musste erlöst werden

Gestern ist der 19-jährige schwer erkrankte Tiger Jantar im Tierpark Chemnitz eingeschläfert worden.

Im Frühjahr 2017 zeigte der im April 1999 im Tiergarten Nürnberg geborene und 2012 in den Tierpark Chemnitz gekommene Tiger Jantar erste Anzeichen einer Erkrankung. Das Tier fraß seine gewohnten Portionen (etwa 6 bis 8 kg Fleisch pro Tag) nicht mehr, erbrach regelmäßig sein Futter wieder und nahm stark ab. Daraufhin wurde Jantar von der Tierärztin in Kooperation mit externen Spezialisten für Endoskopie ausführlich untersucht. Es stellten sich Entzündungen in der Speiseröhre und am Mageneingang heraus. Nach einer langwierigen aber erfolgreichen Therapie erholte er sich, nahm wieder zu und zeigte sich wie gewohnt gesund und munter auf seiner Anlage.

Seit Januar 2018 kamen allerdings neue Beschwerden hinzu. Das Aufstehen und Laufen fiel ihm sichtlich schwer. Hierfür können Arthrosen die Ursache sein, denn Gelenkerkrankungen im Alter sind auch bei alten Katzen keine Seltenheit. Durch schmerzstillende und gelenkschützende Medikamente verbesserte sich zwar sein Befinden kurzzeitig, aber eine weitere Blutuntersuchung ergab zudem, dass der Tiger zuckerkrank ist. Hauskatzen mit Diabetes können relativ gut und gezielt mit Insulinspritzen und regelmäßigen Blutuntersuchungen behandelt werden, aber das ist bei einem Wildtier, noch dazu einem gefährlichen wie dem Tiger, nicht möglich. Jantar erhielt deshalb sein Antidiabetikum über sein Futter. Allerdings konnte so keine konsequente Therapie sichergestellt werden. Als Jantar wiederum das Fressen in den letzten Tagen einstellte, wurde entschieden, das kranke Tier von seinen Leiden zu erlösen.

Fast 19 Jahre ist ein sehr hohes Alter für einen Tiger (in der freien Wildbahn haben Tiger eine durchschnittliche Lebenserwartung von 15 Jahren).
Die Tigerhaltung hat im Tierpark Chemnitz eine lange Tradition, die ersten Sibirischen Tiger waren schon in den 1970er Jahren im Bestand. Es kamen auch einige Tiger hier zur Welt. Derzeit lebt der junge Tigerkater „Wolodja“, der ebenfalls aus Nürnberg zu uns kam, im Tierpark Chemnitz.

Sibirische Tiger sind vom Aussterben bedroht und der Haltung und Zucht in Zoos kommt eine große Bedeutung zu. Das Management der Art erfolgt über ein Europäisches Ex situ Programm (EEP). Ob und wann es wieder Tiger-Zuchtbemühungen im Tierpark Chemnitz geben wird, wird sich zukünftig entscheiden.

Quelle: PM Tierpark Chemnitz

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