Tierpark Goldau: Pelzige Findeltiere in Iltisanlage eingezogen

Foto: Tierpark Goldau

Die Iltisanlage am Blauweiher im Natur- und Tierpark Goldau hat neue Bewohner: Zwei junge Iltisweibchen erfreuen die Besuchenden mit ihrer neugierigen Art. Die Iltisanlage im Natur- und Tierpark Goldau ist ein Geheimtipp unter den Besuchenden, denn es braucht etwas Glück und Geduld, um die pelzigen Bewohner zu entdecken. Nachdem die Anlage in diesem Jahr einige Zeit leer stand, herrscht jetzt wieder Trubel, denn zwei jugendliche Iltisse sind eingezogen und erkunden neugierig ihr neues Zuhause.

Findlinge aus der Ostschweiz
Die beiden Weibchen wurden als Jungtiere in der Nähe von Romanshorn ohne ihre Mutter aufgefunden und in eine Wildtierauffangstation gebracht. Dort konnten die wenige Tage alten Iltisse von den Mitarbeitenden erfolgreich mit der Flasche aufgezogen werden. Da sich die Tiere dadurch an Menschen gewöhnt haben und das natürliche Jagdverhalten nicht von ihrer Mutter erlernen konnten, war eine Auswilderung keine Option. Der Natur- und Tierpark Goldau erklärte sich daraufhin bereit, die zwei Schwestern zu adoptieren. Nach einer ersten Eingewöhnungszeit in der Quarantänestation des Tierparks sind die Beiden in die Anlage am Blauweiher gezogen.

Bedrohte Panzerknacker
Der Europäische Iltis sieht seinen nächsten Verwandten, den Mardern sehr ähnlich, doch man kann sie anhand der schwarzen Gesichtsmaske, die an einen Panzerknacker erinnert, unterscheiden. Die geschickten Jäger jagen Frösche, Kröten, Vögel, Nagetiere und Fische. Wegen ihren hervorragenden Jagdfähigkeiten wurden Iltisse bereits vor 2’000 Jahren von Menschen gezähmt und für die Jagd auf kleinere Tiere eingesetzt. Die über hunderte von Jahren entstandene domestizierte Form des Iltisses ist heute als Frettchen bekannt.

Iltisse kommen in ganz Europa vor und gehören trotzdem zu den am wenigsten bekannten Tieren. Einerseits sind die nachtaktiven Tiere in der Wildnis nur sehr schwer zu entdecken, da die Einzelgänger sich meist im Schutz von Büschen und Bäumen bewegen und Menschen meiden. Andererseits nimmt die Zahl der Iltisse in verschiedenen Ländern immer mehr ab. Sie werden in der Schweiz auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft. Wie alle anderen Marderartigen leiden die Iltisse unter der zunehmenden Verbauung der Landschaft und der Intensivierung der Landwirtschaft. Aus diesem Grund zeigt der Natur- und Tierpark Goldau Iltisse, sowie weitere gefährdete Wildtiere, um auf die Bedrohung dieser Tierarten aufmerksam zu machen.

Quelle: PM Tierpark Goldau

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