Tierpark Hagenbeck: Seit fünf Jahren gibt es das Projekt „Auf Achse“

Einen Schredder bedienen, ein Marahaus säubern, Tierfutter vorbereiten und richtig verteilen – Arbeiten wie andere auch. Nur die Arbeitnehmer sind anders. Es sind Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, Beschäftigte, die im Zuge der Initiative „Auf Achse“, vom Verein Leben mit Behinderung Hamburg außerhalb ihrer Tagesstätte arbeiten.

Vor fünf Jahren startete das Projekt im Hamburger Tierpark Hagenbeck mit drei Beschäftigten und zwei Mitarbeiterinnen der Tagesstätte Ilse Wilms. „Wir haben über den Tellerrand geguckt und einfach mit dem ersten Schritt begonnen“, erklärt Claudia Bombis, Assistentin Zoomanagement. Wo anfänglich nur Schilder reinigen auf dem Plan stand, wurden schrittweise weitere Arbeitsfelder erschlossen. „Wir setzen uns regelmäßig mit den Verantwortlichen der Initiative zusammen und überlegen, welche Aufgaben noch übernommen werden können. Es soll für die Beschäftigten eine Bereicherung und für uns eine echte Hilfe sein“, so Bombis.

Heute wird von bis zu sieben Beschäftigten und vier Begleitpersonen Futter geschnitten, Heu gehäckselt, Trockenfutter zum Verkauf im Shop abgepackt und es werden Tierhütten gereinigt. Jeden Mittwoch sind die Kollegen aus der Tagesstätte Ilse Wilms im Einsatz. Sie übernehmen wichtige Tätigkeiten und sind eine echte Entlastung für die Tierpark-Mitarbeiter. Inzwischen sind die Kollegen mit Behinderung in die Gemeinschaft voll integriert – inklusive Namensschildern und grüner Arbeitshosen. „Für uns sind die Begriffe Barrierefreiheit oder Inklusion gelebte Realitäten“, zeigt sich Claudia Bombis zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.

Für Anna Eckert, Michael Georgi, Andy Schröder und drei bis vier andere Kollegen sind die Hintergründe nicht wichtig. Sie gehören zu den Beschäftigten und freuen sich jede Woche auf den Außer-Haus-Einsatz im Tierpark. Sie sind mit den Abläufen vertraut, kennen die unmittelbaren Kollegen und die Örtlichkeiten. Gerade die Wiederholungen geben ihnen die Sicherheit, die sie benötigen, um emotional frei und mit viel Freude arbeiten und auch den fünften Jahrestag zusammen im Orang-Utan-Haus feiern zu können.

Quelle: PM Tierpark Hagenbeck