Tierpark Nordhorn unterstützt Weißstörche in der Grafschaft Bentheim

Foto: Franz Frieling aus PM Tierpark Nordhorn

Im Jahr 2012 staunten die Mitarbeiter des Nordhorner Tierparks nicht schlecht. Während sonst etwa 2-3 Weißstorchpaare im Frühjahr versuchten einen Nistplatz im Tierpark zu ergattern, kamen plötzlich beinahe ein Dutzend Paare zu Gast in den Zoo am Heseper Weg. Und sie ließen es nicht bei dem Versuch eines der beiden angestammten Paare zu verdrängen, sondern bauten einfach überall, wo sich eine Gelegenheit bot. In diverse Bäume und sogar auf die Geiervoliere trugen die hübschen Schreitvögel ihr Nistmaterial. Hinzu kamen viele Störche, die sich offensichtlich nicht am Brutgeschehen beteiligten, sich aber zur Futtersuche in der Region aufhielten.
„Wir freuen uns über die vielen Störche, die hier ihre Brutplätze suchen!“ so Tierparkleiter Dr. Nils Kramer. „Unser Ziel muss es aber sein, die Störche in der Landschaft anzusiedeln. Eine künstlich aufgebaute Tierpark-Storchenkolonie wäre hier kontraproduktiv.“ Gerhard Busmann, Vertreter des NABU pflichtet dem bei. „Wir waren begeistert von der Idee des Tierparks, zumal der Weißstorch unser Logo ziert. Die Idee, in die Fläche zu gehen fand sofort unsere Unterstützung. Nur so können wir erfahren, für wie viele Storchenbrutpaare der Lebensraum geeignet ist! Durch diese konkrete Maßnahme wird auch hier vor Ort sichtbar, welchen wichtigen Beitrag wir hier im Landkreis in Sachen Naturschutz leisten und was durch Zusammenarbeit wichtiger Naturschutzpartner wie dem Tierpark und dem NABU erreicht werden kann,“ so Busmann weiter.
Für die Brutsaison 2013 wurden nun auf einer großen Wiese außerhalb des Zoogeländes mit Unterstützung von Westnetz – Mitarbeitern insgesamt drei vom NABU gefertigte Storchennester aufgestellt. Zwei der Nester fanden ihren Platz auf einer privaten Fläche von Karin Schleper, der Kaufmännischen Leiterin des Tierpark Nordhorn, ein weiteres auf einer städtischen Ausgleichsfläche direkt am Rad- und Fußweg in der Vechteaue. Ohne die unentgeltliche und tatkräftige Hilfe der Westnetz GmbH wäre das Projekt allerdings nicht so schnell in die Tat umzusetzen gewesen. Sowohl die maschinelle, als auch die personelle Unterstützung im Dienste des Naturschutzes waren an dieser Stelle vorbildlich Westnetz ist seit Anfang des Jahres der Verteilnetzbetreiber für Strom, Gas und Wasser im Westen Deutschlands. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der RWE Deutschland AG.

NABU und Tierpark hoffen nun, dass die Nester auf Dauer auch angenommen werden. Ein Versuch ist es jedenfalls wert, sind die beiden dem Naturschutz verpflichteten Organisationen sicher. Es bleibt abzuwarten, ob die Tiere ausreichend Nahrung finden, um ihre Jungen aufzuziehen. Die Weißstörche ernähren sich in der Vechteaue und auf dem extensiven Grünland des weiten Umkreises. Regelmäßig wurden Störche auch im Naturschutzgebiet Syen-Venn und in Brandlecht bei der Futtersuche beobachtet. Sie ernähren sich ausschließlich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Fröschen, Mäusen, Fischen und auch Aas.
Jetzt muss sich zeigen, ob die bisherigen Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen an der Vechte sich bewähren.

Quelle: PM Tierpark Nordhorn / NABU