Tierrechtler wollen Verfahren gegen den Zoo Hannover

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Im Sommer dieses Jahres ermittelte die Staatsanwaltschaft Hannover gegen den Erlebnis-Zoo Hannover wegen mutmaßlichen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Das Verfahren wurde nach umfangreichen Ermittlungen mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Die Tierrechtsorganisation PETA hatte das Verfahren wegen angeblicher Misshandlung gegenüber Elefanten angestrengt. Nun agieren die Verantwortlichen mit einer Beschwerde gegen diese Einstellung.

Die Beendigung des Verfahrens durch die Ermittlungsbehörde beruhte auf fachlichen Gutachten international anerkannter Experten, teilweise verknüpft mit unangemeldeten, persönlichen Besuchen vor Ort und Sichtung des vollständigen Videomaterials sowie behördlicher Stellungnahmen. Gestützt auf die Gutachten kam die Staatsanwaltschaftzu dem Ergebnis, dass keine Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorlägen.

Bei einer genauen Gegenüberstellung des von PETA gedrehten vollständigen Videomaterials mit den bislang veröffentlichten Sequenzen befand eine Medienwissenschaftlerin, dass die Tierrechtler dieses bewusst manipuliert hatten, um eine möglichst drastische Wirkung zu erzielen.

Die Haltung von Elefanten in Zoos basiert in der Regel auf zwei Haltungsformen: „geschützter Kontakt“ oder „Vollkontakt“. Während beim Vollkontakt Tiere und Pfleger zusammen im Gehege sind und so direkt miteinander agieren, geschehen beim geschützten Kontakt Interaktionen wie Beschäftigungsprogramme und Untersuchungen auf Verletzungen nur durch Barrieren. Beide Haltungsformen sind von der europäischen Zoogemeinschaft EAZA als gleichwertig anerkannt.

„Wenn sich PETA nun um eine Wiederaufnahme des Verfahrens bemüht, ist das natürlich ihr gutes Recht, aber es bleibt die Frage, wie glaubhaft eine Organisation ist, die dermaßen voreingenommen agiert und die Realität zu ihren Gunsten verfälscht“, sagt der Geschäftsführer des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ), Volker Homes. „Es ist auch fraglich, warum PETA erst nach Monaten mit belastendem Material an die Öffentlichkeit geht, wenn es Ihnen doch vorgeblich darum geht, einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz aufzudecken und unmittelbar abzustellen.“

„Unsere Mitglieder halten und züchten seit vielen Jahrzehnten erfolgreich Elefanten und sie tun das verantwortungsvoll“, sagt Volker Homes. Direktoren, Tierärzte und Pfleger wissen, worauf es bei einer modernen, tiergerechten Haltung ankommt. „Vor diesem Hintergrund wirft es ein bezeichnendes Licht auf PETA, wenn ein auf manipuliertem Bildmaterial beruhender Vorwurf jetzt dazu benutzt werden soll, Elefanten insgesamt aus Zoos zu verbannen – eine Forderung, die jeder Grundlage entbehrt. Wir lehnen sie ab.“

Quelle: PM Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V.

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