Tintenfische im Tierpark + Fossilium Bochum eingezogen

Foto: Tierpark Bochum

Die Erlebnisanlage „Nordseewelten“ im Tierpark + Fossilium Bochum hat neue Bewohner! Ab sofort können Besucher Sepien (Sepia officinalis) – auch gewöhnliche Tintenfische genannt – in einem der zwei Meerwasser-Schaubecken sehen. Dabei sind die Tiere, anders als es ihr Name vermuten lässt, alles andere als gewöhnlich. „Sepien sind wahre Verwandlungskünstler“, verrät Zootierpfleger und Meerwasserexperte Sebastian Manickam. „Sie kommunizieren miteinander, indem sie ihre Farbe wechseln. So zeigen sie z.B. ihre Paarungsbereitschaft an. Aber sie können ihre Körperfarbe auch ihrer Umgebung anpassen und sich so optimal tarnen.“ Tintenfischen gelingt dieses Farbschauspiel durch den Einsatz unterschiedlicher Farbpigmente in ihren Hautzellen.

Die Sepien, die nun das Meerwasserbecken im Tierpark bevölkern, stammen aus dem Max-Planck-Institut in Frankfurt. In Zoos sind gewöhnliche Tintenfische eher selten zu sehen, da sie äußerst empfindlich und anspruchsvoll in der Haltung sind. Eine konstant hohe Wasserqualität ist essentiell und auch sonstige, äußere Bedingungen müssten möglichst stabil bleiben, da Sepien sehr sensibel auf Veränderungen reagieren. Der gewöhnliche Tintenfisch ist in den Meeren Europas und u.a. auch in der Nordsee beheimatet. „In den Nordseewelten zeigen wir verschiedenste Bewohner unserer heimischen Küste, wie Seehunde, Watvögel oder Katzenhaie, Flundern und Miesmuscheln. Unsere Neuzugänge ergänzen somit diese besondere Artenvielfalt und sind vor allem für den Zooschulunterricht sehr spannend. Gleichzeitig sind Sepien, die zur Klasse der Kopffüßer gehören, Verwandte des ausgestorbenen Ammoniten, der sich in unserem TierparkLogo wiederfindet und Vorbild für unser Maskottchen ‚Fossi‘ ist. Im Rahmen von EvolutionsFührungen können wir nun auf anschauliche Weise rezente mit fossilen Tintenfischen vergleichen“, erklärt Zooschulleiterin Kerstin Schulze.

Auch die Paarung der Tintenfische ist besonders außergewöhnlich. Das Männchen überträgt seinen Samen über seinen Paarungsarm in eine Speichertasche unterhalb der Mundöffnung des Weibchens. Dort wird er aufbewahrt bis das Weibchen einen geeigneten Ablageplatz für seine Eier gefunden hat. Um die Eier zu befruchten, führt es diese mit seinen Tentakeln zur Speichertasche und hängt die Eier schließlich in Wasserpflanzen oder an ähnlichen Widerhaken auf. Da Sepien unmittelbar nach der Eiablage sterben, ist ihre Lebenserwartung nicht sehr hoch.

Sepien leben in Bodennähe und vergraben sich gerne im Sand, wo sie stundenlang in einer Position verharren können, um ihrer Beute aufzulauern. Kleine Fische, Garnelen und Krebse gehören zu den bevorzugten Speisetieren der Kopffüßer. Je nach Größe der Beute bedienen sich Sepien zweier unterschiedlicher Jagdtechniken: Mit dem sogenannten Beutesprung werden größere Tiere mittels einer schnellen Vorwärtsbewegung gefangen. Dies gelingt den Sepien durch ihren Rückstoßantrieb. Bei kleineren Beutetieren kommt der Tentakelschuss zum Einsatz, dafür können zwei der zehn Fangarme blitzschnell ausgefahren werden, um die Beute zu umschließen.

Quelle: PM Tierpark Bochum

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