Traurige Nachrichten aus dem Zoo Osnabrück: Giraffe verabschiedet – Seehund an Pfirsichkern gestorben

Foto: Simon Pannock / zoogast.de

Foto: Simon Pannock / zoogast.de

Abschiednehmen hieß es diese Woche im Zoo Osnabrück: Der zweijährige Giraffenbulle Dziko hat am vergangenen Dienstag den Zoo Osnabrück Richtung Spanien verlassen. Am Donnerstag verstarb Seehund Alice wegen eines Pfirsichkerns im Wasserbecken. Der dringende Appell des Zoos: Keine Gegenstände in Tiergehege werfen!

Dziko kam am 30. Juni 2013 auf die Welt. Seine Eltern sind der Giraffenbulle Edgar und die Giraffenkuh Ursula. „Es wurde nun Zeit, dass Dziko seine Elterngruppe verlässt. Sonst gibt es Spannungen mit dem Vater und natürlich steigt die Gefahr der Inzucht“, berichtet Petra Kunze, Leiterin des Osnabrücker Giraffenreviers. Dziko hatte sich in der letzten Zeit prächtig entwickelt: „Er hat eine tolle Persönlichkeit, ruhig, aber mutig, und übernimmt Verantwortung in der Gruppe. Als seine Mutter Ursula mit dem Jungtier Dayo im Frühjahr im Stall blieb, führte er wie selbstverständlich die anderen Gruppenmitglieder nach draußen – das hätte keiner von uns von ihm gedacht“, freut sich Kunze. Deswegen seien die Tierpfleger überzeugt, dass er auch in der neuen Gruppe in Sevilla mit sechs weiteren Giraffenmännchen aus Europa hervorragend zu Recht kommt. „Wir freuen uns, dass Dziko in Spanien ein neues, gutes Zuhause bekommen hat. Die Vermittlung von Giraffenbullen ist nicht immer einfach, da es in einer Gruppe mit Weibchen nur einen Bullen geben kann. Da sind die Bullengruppen wie in Sevilla eine sehr gute Lösung, bis Dziko dann zu einer Gruppe mit Kühen kommen kann“, so Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zoos Osnabrück. Am Donnerstag kam Dziko wohl behalten in Sevilla an. In Osnabrück leben nun noch Giraffenbulle Edgar (16 Jahre), Giraffenkuh Ursula (16 Jahre), Giraffenkuh Manja (5 Jahre), Giraffenkuh Nanji (4 Jahre) und der jüngste Nachwuchs Jungbulle Dayo (5 Monate).

Seehund Alice wegen Pfirsichkern verstorben
Mit Trauer war dagegen der Abschied von Seehundweibchen Alice verbunden: Sie verstarb am Donnerstagabend im Alter von 17 Jahren. Der Grund war ein Pfirsichkern, der durch einen Besucher in das Wasserbecken gelangt sein muss. „Wir hatten Donnerstag festgestellt, dass Alice sich übergeben hatte, nicht mehr fraß und apathisch am Beckenrand lag“, berichtet der Osnabrücker Zootierarzt Thomas Scheibe. Bei der Untersuchung mit zwei weiteren Tierärzten des Tiergesundheitszentrums Grußendorf aus Bramsche und einer Zootierärztin aus Nordhorn verstarb das geschwächte Tier. Da Magen- und Darmtrakt vollständig entleert waren, was bei Fischfressern die zwei Mal am Tag Futter erhalten, ungewöhnlich ist, vermuteten die Zoomitarbeiter hier den Grund für das Krankheitsbild. Die Tierärztliche Hochschule Hannover untersuchte den Körper und fand die traurige Bestätigung. „Alice hatte einen Dünndarmverschluss aufgrund eines Pfirsichkerns. Den muss ein Besucher – ob absichtlich oder unabsichtlich – ins Wasserbecken geworfen haben. Deswegen noch einmal unser dringender Appell: Werfen Sie nichts in Tiergehege oder Wasserbecken! Wie man sieht, kann so etwas für Tiere tödlich enden. Wenn Ihnen aus Versehen etwas hineinfällt, benachrichtigen Sie bitte sofort einen Zoomitarbeiter“, bittet Zoodirektor Prof. Michael Böer inständig. „Wir sind alle sehr betroffen – insbesondere die zuständigen Tierpfleger, die engen Kontakt zu den Seehunden haben und mit ihnen trainieren. Alice war da schon ein Charaktertier, das uns fehlen wird“, so Böer. Jungtier Rieke, das Alice am 06. Juli 2015 zur Welt brachte, ist glücklicherweise schon entwöhnt und auf die Mutter nicht mehr angewiesen. Die Seehundgruppe besteht nun aus Männchen Max (8 Jahre), Weibchen Biene (16 Jahre) und den Jungtieren Imke (geboren am 26. Juni 2015) und Rieke (geboren am 6. Juli 2015).

Quelle: PM Zoo Osnabrück