Trommelnde Ritter unter Wasser im Zoo Basel

Ritterfische – Foto: Zoo Basel

In den Meeren wird eifrig gequasselt: die Ritterfische, die im Zoo Basel zu sehen sind, trommeln quakend und grunzen, um sich zu verständigen. Wie sie diese Laute produzieren und wozu sie gut sind ist nicht vollständig geklärt.
Sie heissen auf Englisch „croakers“ oder „drums“ und tatsächlich: Die Umberfische, zu denen auch der Ritterfisch gehört, quaken und trommeln was das Zeug hält. Vor allem tun dies die Männchen während der Fortpflanzungszeit. Ihr Quaken soll die Weibchen beeindrucken.
Die Geräusche entstehen mit Hilfe speziellen „Trommelmuskeln“. Diese setzen seitlich an der Schwimmblase an und sind mit einer kräftigen Sehne verbunden. Die Muskeln werden in Schwingung versetzt und die Sehne überträgt diese an die Schwimmblase, die damit zu einem Resonanzkörper wird, ähnlich einem Geigenkörper. Bei manchen Umberfischen wird die Trommelmuskulatur in der Fortpflanzungszeit stärker, um danach wieder so schwach zu werden, dass das Trommeln nicht mehr möglich ist.
Über die Funktion der Laute weiss man noch immer wenig. Sicher ist, dass das Quaken auch soziale Funktionen übernimmt. Männchen signalisieren den Weibchen mit dem Balzruf, dass sie in der Nähe und erst noch willig sind. Auch informieren sie sich, wenn sich ein Raubfisch nähert, halten sich beim Fressen gegenseitig auf Distanz oder orten im trüben Wasser ihre Artgenossen. Einen grossen Nachteil allerdings hat die Gesprächigkeit: Delfine, vor allem die Grossen Tümmler, spüren die quasselnden Ritterfische und anderen Umberfische schnell auf und fressen sie in riesigen Mengen.
Im Vivarium sind erwachsene Ritterfische (Pareques acuminatus) im Aquarium 16 zu sehen. Die Art ist im Erwachsenenalter recht unscheinbar längsgestreift, die Jungtiere haben eine extrem sichelförmige Gestalt.

Quelle: PM Zoo Basel