Unterhaltungsprogramm für Klammeraffen im Zoo Basel

Klammeraffen beim Spielen im Zoo Basel – Foto:Zoo Basel

Nicht nur das Baby sorgt zurzeit für Unterhaltung bei den Klammeraffen, zwischendurch gibt es auch mal ein Affen-Glace. Zur Beschäftigung der Zootiere wird im Zoo Basel das Futter für die Affen versteckt, in Behältern angeboten oder im Sommer sogar eingefroren.

Eine der besten Beschäftigungen für Zootiere ist es Kinder grosszuziehen. Gut zu beobachten ist dies zurzeit bei den Klammeraffen im Zoo Basel. Das Baby von Bonita (9) ist am 16. Juni zur Welt gekommen und ist schon jetzt eine Bereicherung im Alltag der zehnköpfigen Klammeraffengruppe. Zurzeit klammert sich das Junge noch an seine Mutter, aber das Interesse seines älteren Bruders Guapo (4) hat es bereits geweckt. Seit der Geburt weicht er seiner Mutter kaum noch von der Seite. Tiermütter sind nach der Geburt über lange Zeit mit ihrem Jungen beschäftigt. Bei sozialen Tieren wie Affen ist der Nachwuchs für die ganze Gruppe spannend: Neugierig versuchen sie sich dem Neuling zu nähern, helfen beim Aufziehen mit und spielen mit den heranwachsenden Jungen.

Futter will verdient sein
Die Beschäftigung (behavioural enrichment) nimmt eine zentrale Rolle in der Zootierhaltung ein. Für Abwechslung im Alltag der Tiere sorgt neben dem Zusammenleben in der Gruppe die Ernährung. In der Natur verbringen die Affen einen großen Anteil ihres Tages damit Nahrung zu suchen, zu bearbeiten und zu fressen. Im Zoo Basel verteilen und verstecken die Tierpfleger mehrmals täglich kleine Portionen im Gehege der Klammeraffen. Mit Löchern versehene Kanister oder mit Rosinen gestopfte Plastikrollen regen zum Suchen und Stochern an. Im Sommer gibt es ab und zu Affen-Glace. Dies sind in Wasser oder Joghurt eingefrorene Früchte, Nüsse oder Kerne. Für die Menschenaffen wird das Glace in einem Stück Wasserschlauch eingefroren, so dass sie es vor dem Essen auspacken müssen.

Versteckte Leckerbissen
Auch das tägliche Futter wird immer wieder anders angeboten: direkt in die Hand, mal am Boden verstreut, draußen oder drinnen und immer wieder übers Dachgitter. Leckerbissen wie Trauben oder Äpfel fischen sich die Menschenaffen aus Stocher-Kästen. Körner, Kerne und Haferflocken schütteln sie geduldig aus „Futtereiern“. Dies sind stabile, mit Leckerbissen gefüllte und einem Loch versehene Plastik-Eier. Aus PVC-Röhren pulen sie die mit Honig angeklebten Haferflocken heraus. Nistmaterial wie Papier, Holzwolle oder Jutesäcke können jederzeit zum Spielen verwendet werden.

Spannend eingerichtet
Mit dem Umbau des Affenhauses und der Neugestaltung der Außenanlagen haben die Affen einen neuen Erlebnisraum erhalten. Die Anlagen bieten eine ausgeklügelte Einrichtung aus Seilen, Wippstangen, Plattformen und Hängematten. Auch das Außen-Netz bietet neue Möglichkeiten, es ist wie der Boden als Bewegungsraum nutzbar. In den Außenanlagen treffen die Menschenaffen auf Insekten und Vögel. Sie fressen Bambus und kosten die Stachel- und Brombeeren. Die Orang-Utans nutzen ihr Gehege regelrecht als Takeaway, rupfen die Pflanzen aus und geniessen sie irgendwo in der Höhe. Kletterpflanzen fischen sie mit viel Geduld und mit Hilfe von Stöcken von den äusseren Netzen. Eine weitere beliebte Beschäftigung gibt es ausserdem im Zoo: Die nächsten Verwandten der Affen, die Besucherinnen und Besucher, lassen sich in den neuen Anlagen aus ganz neuen Blickwinkeln beobachten.

Quelle: PM Zoo Basel