VdZ: Jahrestagung 2016 – Urbanisierung und Digitalisierung stärken Relevanz der Zoos

Zoonews NewsEinmal im Jahr treffen sich Zoovertreter aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Jahrestagung des Dachverbandes „Verband der Zoologischen Gärten“, kurz VdZ. Ausrichter der diesjährigen Tagung war der Aachener Tierpark. Direktor Wolfram Graf Rudolf war stolz, so viele Kollegen empfangen zu dürfen: „Für uns war das ein schönes Geburtstagsgeschenk im Jahr des 50-jæhrigen Bestehens des Aachener Tierparks Euregiozoo.“

Mehr als 50% der deutschen Bevölkerung lebt in den Städten, Tendenz steigend. Die Urbanisierung und die Digitalisierung schreiten rasant voran. Zwei gesellschaftliche Phänomene, die die Relevanz der Zoologischen Gärten stärken. Zu dieser Überzeugung gelangte der Verband der Zoologischen Gärten VdZ mit Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf seiner Jahrestagung in Aachen.

Über 41 Millionen Besucher gingen auch 2015 allein in die 68 Mitgliederzoos des VdZ. Das Interesse am direkten Erlebnis von Wildtieren ist nach wie vor ungebrochen, im Gegenteil: „Je stärker die Entfremdung der Menschen von der Natur, desto wichtiger ist es, sie durch unmittelbares, ‚analoges Erleben‘ für die Lebensweise von Wildtieren, den Kreislauf der Natur und den Schutz der Lebensräume zu sensibilisieren. Tierarten lassen sich nicht per App erhalten“, erläutert Dr. Olivier Pagan, Direktor des Zoo Basel, der am Freitagabend zum neuen Präsidenten des VdZ gewählt wurde.

Strategien für Natur- und Artenschutz
Natur- und Artenschutz sind einige der wichtigsten Aufgaben von Zoos. Der Weltzooverband (WAZA), dem der VdZ angehört, definiert die Strategien zum Erreichen dieser Ziele. Die deutschen Übersetzungen dazu stellte der VdZ im Rahmen der Tagung vor. „Es gibt keine andere Institution, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die praktischen Erfahrungen bei der Haltung und Zucht von tausenden auch bedrohten Tierarten hat und somit zum Natur- und Artenschutz beitragen kann. Die VdZ-Mitgliederzoos sind bei der
Umsetzung der WAZA-Strategien schon sehr erfolgreich und nehmen eine Vorreiterrolle ein“, so Theo Pagel, Direktor des Kölner Zoos, der in seiner Amtszeit als VdZ-Präsident von 2014-2016 den Entstehungsprozess der Strategien eng begleitet hat.

Ethik im Tierschutz
Die Frage nach dem Wohlergehen von Zootieren rückt zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Es ist eine Debatte, die insbesondere von einer ethischen Betrachtungsweise geführt wird. „Wir müssen hohe Standards im Tierschutz umsetzen, um unsere Ziele als moderne Naturschutzorganisation erreichen zu
können. Die VdZ-Mitgliederzoos tun dies auch. Gleichzeitig nehmen wir unsere Verantwortung für den Tierschutz sehr bewusst wahr und arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Haltungsbedingungen für unsere Tiere“, so VdZ-Präsident Dr. Olivier Pagan. Um die Frage nach dem Wohlergehen der Tiere in Menschenobhut beurteilen zu können, strebe der VdZ die Erarbeitung von wissenschaftlichen Kriterien an. Erst Anfang Mai gab es dazu einen Workshop im Tiergarten der Stadt Nürnberg, bei dem die Meeressäugerhaltung im Mittelpunkt stand.

Quelle: PM VdZ und Tierpark Aachen