Vier Erdmännchen im Kölner Zoo geboren

Foto: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Passend genau zum KlimaTag gibt es Nachwuchs bei den beliebten Erdmännchen im Kölner Zoo, die auch Surikate oder Scharrtier (Suricata suricatta) genannt werden. Wann die Jungtiere im Kölner Zoo auf die Welt kamen, ist nicht genau bekannt, da sich das Zuchtweibchen dann in die unterirdischen Tunnel zurückzieht. In etwa hatte sie um den 20. April herum geworfen. Nach einer Tragezeit von etwa 75 bis 80 Tagen kommen oftmals zwischen zwei und fünf Jungtieren zur Welt. Beim aktuellen Wurf waren es vier.

Erdmännchen sind wahre Klimakünstler. Als Kleinsäuger sind sie schnell in Gefahr, Körperwärme zu verlieren. Bei kühlen Nachttemperaturen wenden sie daher einen „Energietrick“ an: In der Nacht ist die Körpertemperatur rund ein Grad niedriger. Dadurch verbrauchen sie weniger Energie. Außerdem kuscheln sie sich eng zusammen, um weniger Wärme zu verlieren.

Diese Klimatricks machen die vor kurzem geborenen vier Erdmännchen im Kölner Zoo zu perfekten Botschaftern für den „KlimaTag an diesem Sonntag. Dann finden sich wieder zahlreiche Partner im Kölner Zoo ein, um ihre Klimaschutzideen zu präsentieren. Von der AWB bis zum Odysseum, von der KVB bis zur Dingfabrik, von der Foodsharing-Initiative über die Stadt Köln bis zum Porzer Imkerverein: Mit dem Klimalaufpass können an den unterschiedlichen Stationen Stempel gesammelt und gegen einen Klimapass eingetauscht werden. Mit Verlosung attraktiver Klimapreise, Upcycling-Station und Infostation zu „Klimatieren“. Um 11 Uhr startet zudem am Haupteingang die kostenfreie Führung zum Thema „Tiere und Klima“.

Die gesellige und tagaktive Mangustenart der Erdmännchen lebt in großen Familienclans. Die Gruppe wird von einem dominanten Weibchen angeführt – das in Köln heißt „Marie“. Erdmännchen genießen Sonne und Wärme. Den Tag über verbringen sie meist vor ihrem Bau mit Nahrungssuche. Als Fleischfresser ernähren sich Erdmännchen von allem, was sich erbeuten lässt. Zur Hauptnahrung gehören Insekten und -larven, Spinnentiere und Skorpione, weitere Wirbellose sowie kleinere Reptilien und Kleinsäuger. Bei der Nahrungssuche halten immer einige Ausschau nach Feinden. Diese stehen dabei auf den Hinterbeinen, schauen ringsherum umher, der Schwanz dient dabei zur Stützung. Ist z.B. ein Greifvogel erspäht, so ertönt ein schriller Warnschrei und alle suchen sofortigen Unterschlupf. Den unterirdischen Bau graben sie meist nicht selber, sie übernehmen in der Regel vorhandene von anderen Arten. Diese Bauten wechseln sie regelmäßig, wenn vor Ort die Nahrung knapp wird. Ihr Revier markieren Erdmännchen mit Duftstoffen aus Analdrüsen. Diese Markierung dient Artgenossen zur Warnung und eigenen Familienangehörigen zur Identifikation. Erdmännchen leben in Südafrika sowie in Namibia, Botswana und Angola. Der Lebensraum sind trockene und steinige Savannen mit wenig Vegetation.

Geschlechtsreif werden Erdmännchen mit etwa zwölf Monaten. Jungtiere sind anfangs nackt und blind, die Ohren haben sie geschlossen. Die Tiere haben ein Geburtsgewicht von lediglich 30 Gramm. Nach etwa 14 Tagen öffnen sie zum ersten Mal ihre Augen. Auch die Ohren sind mittlerweile geöffnet und weit entwickelt. Die Jungtiere werden etwa für 80 Tage gesäugt. Ab der sechsten Lebenswoche wird aber bereits feste Nahrung gefressen, die die Jungen vorgekaut kriegen. Mit drei Monaten gehen die Kleinen bereits eigene Wege, bleiben aber in der Familie. Erdmännchen üben auf die Menschen eine besondere Faszination aus: Sie stehen aufrecht, haben große Augen – sprich man empfindet sie als „süß“. Auch daher haben in den letzten zehn Jahren sehr viele Zoologische Gärten vorbildliche Anlagen für sie gebaut. Die Kölner Anlage von 2003 war dabei der Trendsetter.

Quelle: PM Kölner Zoo