Vier junge Löwen im Zoo Basel

Löwen-Jungtiere – Foto: Zoo Basel

Vier junge Löwen im Zoo Basel

Nach sechs Jahren hat es im Zoo Basel wieder Löwennachwuchs gegeben. Die vier Männchen sind am 9. und 13. November hinter den Kulissen zur Welt gekommen. Die Mütter der noch namenlosen Welpen sind Okoa (11) und Uma (11). Für Uma ist es ihr erster Wurf. Da beide Mütter in derselben Wurfbox geboren haben und ihren Nachwuchs auch gemeinsam betreuen, ist noch unklar, von welcher Mutter welche Jungen stammen. Darüber wird erst ein DNA-Test Aufschluss geben. Vater der Löwenkinder ist Mbali (11), der sich immer wieder zusammen mit der ganzen Familie in die Wurfbox legt.
Die Bestände der afrikanischen Löwen im Freileben sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Der Zoo Basel unterstützt deshalb mit 25‘000 Franken für das Jahr 2014 den „Predator Compensation Fund „ (PCF), ein Löwenschutzprojekt der „Big Life Foundation“ (BLF).

Der Tierpfleger vermutete bereits seit einiger Zeit, dass die beiden Löwinnen trächtig sind. Im Vorfeld wurden auch mehrfach Paarungen beobachtet. Da die beiden Löwenmütter aber bereits ältere Damen sind, war man etwas unsicher, ob es tatsächlich noch Nachwuchs geben würde. Umso grösser war die Freude, als klar wurde, dass gleich beide Löwinnen Junge geworfen hatten. Vater Mbali durfte die ganze Zeit bei den Weibchen bleiben. Die Mütter erlauben ihm sogar, sich mit ihnen in die enge Wurfkiste zu legen, wobei er sich richtiggehend an den Rand quetschen muss.

Rund und gesund

Am 16.Dezember bekamen die vier Jungen erstmals Besuch vom Zootierarzt. Er versah sie mit einem kleinen Chip, gab ein Entwurmungsmittel und machte einen Gesundheitscheck. Alle vier sind gesund und gut genährt, der Beweis dafür, dass sie sehr gut betreut werden. Die Löwenkinder sind derzeit noch meistens im warmen Innenstall. Mit etwas Glück wird man sie in den nächsten Tagen bei den ersten Ausflügen auf der Aussenanlage beobachten können. Über einen Bildschirm im Haus Gamgoas kann das Publikum jederzeit einen Blick in die Wurfbox im Löwenstall werfen.

Junglöwen von Interesse für Zuchtprogramm

Mbali, Okoa und Uma stammen aus Pilanesberg und Madikwe, Naturreservate im Nordwesten Südafrikas, wo Löwen aus Namibia angesiedelt wurden. Da diese sich dort gut vermehrten, konnten Tiere abgegeben werden. Ihre halbwilde Herkunft bedeutet, dass die Löwenjungen voraussichtlich in der Zoogemeinschaft genetisch von Interesse sein werden. Infolge des dramatischen Rückgangs des Löwenbestandes in den letzten Jahren ist die europäische Zoogemeinschaft EAZA  2012 übereingekommen, ein europäisches Erhaltungszuchtprogamm (EEP) mit Löwen aus den Gebieten südlich der Sahara zu etablieren. Dies gab es bisher nur für den asiatischen Löwen. Das Zuchtprogamm soll in Zukunft den gesamten europäischen Zoo-Löwen-Bestand managen und sicherstellen, dass eine möglichst hohe Gen-Vielfaltgegeben ist.

Zoo Basel unterstützt Löwenprojekt in Afrika

Der Bestand der afrikanischen Löwen ist in den letzten zehn Jahren um 45 Prozent zurückgegangen. In Westafrika sind es sogar 90 Prozent. Lebensraumverlust, Konflikte mit dem Menschen, Trophäenjagd und durch den Menschen über Haus- und Nutztiere verbreitete Krankheiten haben dem König der Savanne so schwer zugesetzt, dass er nur noch in letzten, meist isolierten Gebieten anzutreffen ist. Der Zoo Basel unterstützt deshalb 2014 mit 25‘000 Franken den „Predator Compensation Fund (PCF) der „Big Life Foundation (BLF)“. Dieser hilft den seit hunderten Jahren im Amboseli-Tsavo Ökosystem ansässigen Massai mit einer Abgeltung, wenn ihr Vieh nachweislich von Löwen oder anderen Raubtieren angegriffen wurde. Ausserdem unterstützt BLF die jungen Massai-Krieger bei den Massai Olympics, einer Alternative zur traditionellen Löwenjagd. Bei der rituellen Löwenjagd stellen junge Massai-Krieger ihren Mut unter Beweis. Statt Löwen zu jagen, beweisen die jungen Männer nun in den Massai Olympics ihre Ausdauer und Geschicklichkeit.

Quelle: PM Zoo Basel