Viertes Elefantenbaby im Erlebnis-Zoo Hannover geboren

Foto: Erlebnis-Zoo Hannover

Es waren lange acht Nächte, die das Zoo-Team im Stall bei der werdenden Mutter verbrachte und auf die Geburt des vierten Elefantenbabys gewartet hat. Dann endlich, am 05. Mai um 11:27 Uhr, brachte Elefantenkuh Sayang im Erlebnis-Zoo Hannover ihr drittes Kalb im Kreise der Familie zur Welt. Als jüngstes und (noch) kleinstes Mitglied der Herde trägt der 98 cm kleine und 117 kg leichte Bulle vorerst den Spitznamen „Floh“.

Dass die Tierpfleger mehrere Nächte lang im Dschungelpalast wachen und auf die Ankunft eines Elefantenjungtiers warten, ist nicht ungewöhnlich. Und doch war bei dieser letzten Phase von Sayangs Trächtigkeit alles anders als sonst. Der Wert des Schwangerschaftshormons Progesteron, der vor einer Geburt täglich anhand von Blutproben ermittelt wird, sank am Donnerstag, 27. April, in den nicht-messbaren Bereich. Eigentlich das eindeutige Zeichen, dass die Geburt in den nächsten zwei bis fünf Tagen ansteht. Eigentlich.

Die Tierpfleger warteten und warteten. Jeden Tag waren sie sich sicher: „Heute kommt das Kalb!“ Aber nichts passierte. Nach dem sechsten Tag machte sich langsam ein mulmiges Gefühl beim Zoo-Team breit. In die Vorfreude auf den Zuwachs der Elefantenfamlie mischte sich Sorge um Mutter und Kalb. Denn mit dem Absinken des Progesteron-Werts stellt die Plazenta langsam ihre Funktion ein, gegebenenfalls wird das Jungtier im Mutterleib nicht mehr richtig versorgt. „Sayang war immer spät dran mit der Geburt, aber noch nie so spät“, erklärt Zoo-Tierarzt Viktor Molnár die Sorge.

In den Morgenstunden des 5. Mai zeigten sich endlich Anzeichen der Geburt: Sayangs Fruchtblase platzte. Als dann lange Zeit wieder nichts passierte, entschied sich der Zoo-Tierarzt, zu handeln, um Mutter und Kalb zu helfen. Im engen Austausch mit dem Veterinär von Hagenbecks Tierpark beschloss der Zoo-Doc, Sayang zunächst ein Medikament zu verabreichen, das die Geburtswege weich macht. Anschließend spritzte er der Elefantenkuh das Wehen fördernde Mittel Oxytocin.

30 Minuten später konnten dann alle aufatmen: Sayang brachte ihr drittes Jungtier zur Welt. „Uns ist wirklich ein riesiger Stein vom Herzen gefallen, wir sind überglücklich!“, freuten sich die Tierpfleger. Und auch nach der Geburt war alles anders als sonst: Der kleine Bulle stand nur kurze Zeit später auf den Beinen und lief mit zwar noch wackeligen, aber schon immens schnellen Schritten durch das Innengehege. „Für ein neugeborenes Jungtier ist der Kleine unglaublich agil“, berichteten die Elefantenpfleger.

Auch Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff zeigte sich erleichtert: „Besonders nach der Aufregung der letzten Wochen und dieser besonderen Geburt sind wir alle überglücklich, dass Mutter und Kalb alles gut überstanden haben. Ich bedanke mich bei dem Elefanten-Team, das all die Nächte bei den Tieren gewacht hat und blicke zuversichtlich in die Zukunft, dass wir die Vorwürfe um unsere Elefantenhaltung aufklären können“, so Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff.

Ein großer Dank geht ebenfalls an die Experten der Rinderklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die Pferdeklinik Isernhagen und den Veterinär aus dem Tierpark Hagenbeck, die im ständigen Kontakt mit dem Zoo-Team standen und mit Rat und Expertise bei dieser besonderen Geburt unterstützt haben.

Quelle: PM Erlebnis-Zoo Hannover