Vikunja-Fohlen in Wilhelma geboren

Foto: Wilhelma

Die Südamerika-Wohngemeinschaft der Wilhelma hat Zuwachs bekommen: Am 23. September 2013 erblickte Marie das Licht der Welt. Sie ist der jüngste Nachwuchs der nun fünf Tiere umfassenden Vikunjaherde und dazu auch noch ein ganz besonderer. Denn seit langem ist Marie das erste, weibliche Vikunja-Fohlen, welches in der Wilhelma geboren wurde.

Ihre Mutter Xenia und ihre beiden Tanten Lara und Lima haben immer ein wachsames Auge auf Marie. Dabei haben sie ziemlich viel zu tun. Denn Marie tollte schon kurze Zeit nach ihrer Geburt ausgelassen auf der Südamerikaanlage herum. Ganz zur Freude von Churo, dem im Februar gebornen, männlichen Artgenossen. Auch für die Alpakas, unter deren große Herde sich die Vikunjas derzeit mischen, ist Marie eine willkommene Abwechslung. Nur Vater Casper hat Marie noch nicht kennen gelernt. Dieser lebt vorübergehend auf dem Tennhof, der nichtöffentlichen Wilhelma-Außenstelle, bis das Vikunjagehege renoviert ist. Nur so können Marie und die anderen Vikunjas gemeinsam mit den eng verwandten Alpakas gehalten werden. Casper würde für viel Unruhe sorgen und sich nicht nur für seine Weibchen interessieren. Mischlinge zwischen dem Wildtier Vikunja und dem Haustier Alpaka sind aber nicht erwünscht.

Auch wenn die Vikunjas in der deutlichen Unterzahl sind, stechen sie mit ihrer zierlicheren Statur
und ihrem hellbraunen, golden schimmernden Fell aus der Herde hervor. Einer südamerikanischen Sage nach, bekam die wunderschöne Jungfrau Vikunja von einem hässlichen König einen goldenen Mantel geschenkt, als Dank dafür, dass sie ihn heiratete. Noch heute trägt das Vikunja dieses Vlies, welches für die wildlebenden Vikunjas Fluch und Segen zugleich ist. Zum einen brachte es die Vikunjas fast bis an den Rand der Ausrottung, denn Vikunjawolle ist die teuerste Wolle der Welt. Die kleinsten Neuweltkamele wurden deswegen lange Zeit erbarmungslos gejagt und an den Rand der Ausrottung gebracht. Zum anderen
schützt das dichte Fell die Vikunjas vor den kalten Bergwinden in ihrem Lebensraum, dem südamerikanischen Andenhochland in Höhenlagen von 3500 bis 5500 Metern. Außerdem sichert ihre begehrte Wolle heute ihr Überleben. Denn in einigen Landstrichen werden die wildlebenden Vikunjaherden wieder auf traditionelle Art alle zwei Jahre zusammengetrieben, die eingefangenen Tiere geschoren und anschließend wieder frei gelassen. Pro Tier können so gerade einmal 150 Gramm gewonnen werden. Das Geld, welches durch den Verkauf der kostbaren Wolle eingenommen wird, bleibt größtenteils vor Ort in der Heimat der Vikunjas.

Hierdurch ist bei der Bevölkerung das Interesse sehr groß, die Andenkamele zu schützen. So haben sich in den letzten Jahren die Bestände der Vikunjas erholt und es streifen nun wieder um die 200.000 Tiere durch die Hochlagen der Anden.

Quelle: PM Wilhelma