Vikunja-Hengst „Cheppo“ in der Wilhelma geboren

Foto: Wilhelma

Die kleine Vikunja-Zucht der Wilhelma floriert: Ein halbes Jahr nach der Geburt des Hengstes Casimir brachte am 13. März die Stute Xenia ebenfalls einen männlichen Vertreter dieser südamerikanischen Kleinkamel-Art zur Welt. Die Tierpfleger nannten ihn Cheppo, damit der Name mit dem gleichen Buchstaben beginnt wie bei Papa Casper. Und „Schlag auf Schlag“ wird es weitergehen: Auch die Stute Lima und Casimirs Mutter Lara sind guter Hoffnung.
Die Tragezeit von Vikunjas dauert recht lange: Rund elf bis zwölf Monate lang wachsen die Kleinen im Mutterleib heran, bevor sie das Licht der Welt erblicken. So auch Cheppo, das zweite Fohlen der neunjährigen Stute Xenia und derzeit das Nesthäkchen der Herde. Für die zehnjährige Lara wird das nächste, für Anfang 2013 erwartete Jungtier bereits das fünfte sein, ihr Sohn Casimir ist gerade ein halbes Jahr alt. Und der dritten im Bunde, der vierjährigen Lima, steht im Oktober dieses Jahres die Première in puncto Nachwuchs bevor.
Die Herde wächst und gedeiht also. Dabei geht es schon jetzt manchmal ganz schön rund auf der Südamerika-Anlage oberhalb des Bärenreviers. Vor allem morgens, wenn die kleine Herde vom Stall ins Außengehege wechselt, ist „richtig Halligalli angesagt“, wie Revierleiterin Karina Maurer berichtet. Dann steht nämlich Frühsport auf dem Programm. Und das sieht bei Vikunjas beispielsweise so aus: Casimir stürzt sich auf Halbbruder Cheppo, kneift ihn neckisch in die Seite und jagt ihn durchs Gehege. Cheppo lässt sich nicht lumpen, gibt Gas und flitzt auf seinen langen Stelzen davon, dass die Hufe fliegen. Nun lassen sich auch die Stuten von dem munteren Treiben anstecken und setzen ihren Sprösslingen im Kamel-Galopp nach, die ganze Herde gerät in Bewegung. Wenn schließlich alle genug von der Toberei haben, wird Siesta gehalten – bevor gegen Mittag das fröhliche Jagen von Neuem beginnt. Es geht eben nichts über ein tägliches, gesundes Fitness-Programm
Fitness benötigen die Vikunjas, die samt Guanakos und den beiden Haustierformen Lamas und Alpakas zu den vier Neuweltkamelen gehören, vor allem in ihrer Heimat. Dort, im südamerikanischen Andenhochland, sind sie in Höhenlagen bis 5500 Meter unterwegs, wo die Luft merklich dünner wird. Dank einem sehr großen Herz und über 14 Millionen roten Blutkörperchen für den Sauerstofftransport (der Mensch hat gerade mal ein Drittel davon) kommen sie trotzdem nicht aus der Puste. Vor der kalten Bergluft schützt sie ihr weiches Fell, das die Vikunjas allerdings auch schon einmal an den Rand der Ausrottung gebracht hatte. Dank strenger Schutzmaßnahmen hat sich die Population wieder erholt. Dennoch gilt Vikunja-Wolle bis heute als die teuerste der Welt.
Quelle: PM Wilhelma Stuttgart