Vogel des Jahres 2017 mit schauerlichem Ruf: Weltvogelpark Walsrode sorgt für federnahe Begegnungen mit dem Waldkauz

Mit über 4.000 Vögeln aus 650 Arten und allen Kontinenten ist der Weltvogelpark Walsrode der größte Vogelpark der Welt. Neben einer Vielzahl exotischer Vögel begegnen die Besucher im Weltvogelpark Walsrode immer wieder auch vielen, bisweilen selten gewordenen einheimischen Arten. So können in der Uhu-Burg verschiedene Eulenarten beobachtet werden und Besucher kommen auch dem Waldkauz, der vom Naturschutzbund NABU und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern LBV in diesem Jahr (2017)  zum Vogel des Jahres gewählt wurde, besonders nah.

Als Todesruf verkannt, als Stimmungsmacher in alten Edgar-Wallace-Filmen ein heimlicher Star – der Waldkauz hat wohl einen der eindringlichsten Rufe der Vogelwelt. In einer dunklen Nacht in der Nähe eines Waldes, Parks oder Friedhofs treiben die Laute des Waldkauzes so manchem einen ordentlichen Schauer über den Rücken. Gerade das in der Balzzeit häufig zu hörende „Kuwitt“ wurde jahrhundertelang als „Komm mit“ interpretiert, als Lockruf, um Leichtsinnige in den Tod zu führen. Auch der lautlose Flug war vielen Menschen nicht geheuer.

„Das düstere Image haben die nachtaktiven Jäger jedoch zu Unrecht“, erklärt Dr. Antje Mewes, Biologin im Weltvogelpark Walsrode.

„Waldkauze sind Höhlenbrüter. Sie brüten in alten Baumbeständen, die häufig auf Friedhöfen zu finden sind. Der Ruf ‚Kuwitt‘ ist ein Kontaktruf. Er ist in der Balzzeit zu hören, wenn der Waldkauz einen Partner sucht. Er ist also kein ‚Todesruf‘, sondern vielmehr ein Ruf des Lebens, denn er ist zu hören, wenn die Vögel eine Familie gründen wollen. Waldkäuze sind sehr treue und spannende Vögel. Ein Waldkauzpärchen bleibt meist das ganze Leben lang zusammen. Hat ein Waldkauz ein Revier erobert, verteidigt er es aggressiv gegen Eindringlinge. Da das Federkleid der Vögel an der äußeren Kante gezahnt ist und somit kaum Verwirbelungen der Luft entstehen, können sie beinahe lautlos durch die Nacht gleiten. Das ist für die Eulen wichtig, um sich lautlos der Beute zu nähern.“

Um den Tod fernzuhalten, wurden Waldkäuze gejagt, getötet und zur Abschreckung an die Haustür genagelt. Zum Glück sind diese Zeiten längst vorbei. Mittlerweile ist der Waldkauz streng geschützt und gilt als Vogel der Weisheit und als Glücksbringer. In den letzten Jahren ist die Eule sogar zu einem richtigen Trendvogel der Modedesigner geworden. Eine wahre „Eulophorie“ greift um sich, die auch im Weltvogelpark Walsrode Einzug hält.

In der 2017 neu gestalteten Flugshow zeigt der Weltvogelpark viele Eulen in voller Aktion: Neben der Schleiereule Schnarchi und Brillenkauz Heino sind ab diesem Jahr auch die Uhu-Dame Bertha und der Malaienkauz Bali vertreten. „Tropische Eulen wie zum Beispiel der Malaienkauz und der Brillenkauz sind jedoch viel einfacher zu trainieren als viele heimische Arten“, erklärt Tiertrainer German Alonso. „Im Gegensatz zu nordischen Eulen entwickeln sich die Jungvögel der tropischen Eulen langsamer, damit steht uns eine längere Zeit zur Verfügung, um eine Bindung aufzubauen.“

Allerdings: Den weltbekannten Ruf des Waldkauzes können diese Eulen nicht toppen. Mit etwas Glück – und vorzugsweise kurz vor Abendschließung des Parks – können geduldige Besucher diesen in der Uhu-Burg live hören. Für die ungeduldigen Besucher bietet der Weltvogelpark Tonaufnahmen. Echte Eulenfans können in der kommenden Saison ein Meet & Greet oder eine Zooschul-Erlebnisführung speziell zum Thema Eulen buchen und ihren Lieblingsvögeln besonders nah kommen.

Quelle: PM Weltvogelpark Walsrode

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