Volle Kinderstube am Affenberg Salem

Im ersten Monat sind die Krabbelversuche der Berberaffenbabys noch zaghaft und immer unter der Aufsicht der Alttiere. – Foto: Affenberg Salem

Die Kinderstube am Affenberg Salem beim Bodensee ist dicht bevölkert mit gefiederten und bepelzten Neuankömmlingen – es kommen immer noch weitere hinzu. Alle sind bestens umsorgt und fühlen sich pudelwohl. So wird derzeit ein Spaziergang durch den weitläufigen Park zur faszinierenden Lehrstunde in Sachen tierisches Familienleben. Doch der Reihe nach: Entlang des Rundweges durch das große Areal der rund 200 Berberaffen kann man die ersten süßen Affenbabys sehen, die ihre Mütter und Verwandten mit wahrlicher Affenliebe umsorgen. Auf der Wiese beim Weiher tapsen kleine Küken im Gänsemarsch hinter Mama Gans her. Auch auf dem Wasser halten sich die kleinen Entlein und Blässhühner brav an die sichernde Schwimmordnung ihrer Eltern. Bei den vielbeschäftigten Storchenpaaren ist das Brutgeschäft unterschiedlich vorangeschritten: Während man per Videoübertragung in Kürze mitverfolgen kann, wie die kleinen Störche schlüpfen sind die Adebare in anderen Horsten schon am Füttern ihrer stets hungrigen Schar.

„Die kalte Witterung in den letzten Wochen hat gerade die jüngeren Storcheneltern etwas verunsichert“, so Parkleiter und Biologe Dr. Roland Hilgartner. „Sie hielten sich mit der Eiablage noch zurück während die älteren erfahrenen Störche relativ unbeeindruckt blieben und teilweise schon emsig ihren Nachwuchs mit Futter versorgen. So wird sich in diesem Jahr auch die Beringung über einen längeren Zeitraum hinziehen.“ Um die Überlebenschancen der vier bis fünf Jungvögel pro Horst zu erhöhen, erhalten die rund 25 Storchenpaare täglich um 11 und um 16.45 Uhr zusätzliches Futter. Die Besucher können die dicht über ihren Köpfen einfliegenden „Segler“ dabei ganz aus der Nähe beobachten, fotografieren oder filmen und erfahren viel Spannendes zu den beliebten Klapperstörchen.

Dicht ans Bauchfell ihrer Mütter geklammert haben es die kleinen Affenbabys immer kuschelig warm. Von hier beobachten sie schon neugierig ihre größeren Geschwister, die als quirlige Affenbande übermütig auf und zwischen den Bäumen herumtoben. Da möchten so manche Besucherkinder am liebsten mitspielen – sie haben später auf dem großen Abenteuerspielplatz die Möglichkeit sich auszutoben. Sobald die Affenbabys etwas größer sind, reiten sie gerne auf dem Rücken der erwachsenen Tiere – auch die starken Berberaffenmännchen bieten sich bereitwillig an – durch die Babysitter-Rolle haben sie Vorteile im Kontakt zu anderen Männchen. Beim Beobachten der Babys oder der drolligen Jährlinge erleben die Parkgäste immer wieder heitere Szenen. Bemerkenswert ist auch, wie aufmerksam gerade die Weibchen auf die ersten tapsigen Erkundungen ihrer Kleinsten achten – da gibt es doch viel Ähnlichkeit zu den Menschenmüttern! Auch die Parkbetreuer wissen viel Interessantes über den tierischen Nachwuchs zu berichten.

Während die großen Karpfen im Weiher ihre Bahnen um Plattformen und Stege ziehen lassen sich auf und um das Wasser zahlreiche Wasservogelarten mit ihren hübschen Küken beobachten. Einzig das Damwild mit ihrem schönen Bambi-gefleckten Sommerfell lässt sich mit dem Nachwuchs noch bis Juni Zeit. Täglich um 16.15 Uhr kann man die Tiere selbst füttern und erfährt dabei beispielsweise, dass der Platzhirsch immer pünktlich Anfang Mai sein Geweih abwirft, das dann bis zur Brunftzeit im Herbst wieder zur vollen Größe nachwächst.

Quelle: PM Affenberg Salem