Waschbärennachwuchs im Tierpark Goldau

Hohler Baumstamm als Wohnung - Foto: Tierpark Goldau

Hohler Baumstamm als Wohnung – Foto: Tierpark Goldau

Waschbärenmütter haben das Jobsharing entdeckt

Ein hohler Baumstamm ist die ideale Wohnung für Waschbärenmütter, haben sich wohl die beiden Waschbärinnen im schweizerischen Natur- und Tierpark Goldau gedacht, als sie ihre Jungen geboren haben. So kann die anstrengende Kinderbetreuungsarbeit aufgeteilt werden.

Die ersten Sonnenstrahlen fallen durch das Blätterdach auf die Waschbärenwohnung im Natur- und Tierpark Goldau. Emanuela, die Tierpflegerin, streift durch das taunasse Gras und versteckt das Futter für die schwarzweißen Kobolde. Die meisten von ihnen liegen noch müde auf ihren Bäumen. Ganz anders die beiden Waschbärenmütter: Kaum haben sie Emanuela bemerkt, strecken sie ihre Köpfe aus dem hohlen Baumstamm. Der Hunger hat sie aus ihrer Behausung getrieben. Während sich die eine Bärin auf Futtersuche begibt, sichert die andere den Eingang zum Schlafbaum, wo die vier Jungen ihre Kinderstube haben.

Waschbären sind Allesfresser, sie erbeuten gerne Mäuse oder Vögel, fressen aber auch mit Vorliebe Früchte und Nüsse. Aus diesem Grund halten sie sich in der Nähe von Siedlungen auf, da sie dort mühelos zu Nahrung kommen. In gewissen Gegenden in Deutschland haben sie sich so gut an die Menschen angepasst, dass sie sogar Dachböden als Schlafquartiere erobert haben und ihre Nahrung aus den Abfalleimern holen. Da sie gute Kletterer sind, räumen sie gerne die Nester von Singvögeln aus, was nicht gerade zu einem guten Ruf beiträgt.

Die Waschbären gehören nicht zur Europäischen Fauna. Sie waren ursprünglich in Nordamerika heimisch, sind aber durch Pelztierfarmen nach Europa gekommen und wurden zum Teil illegal ausgesetzt. Da sie sehr anpassungsfähig sind und sich schnell an Menschen gewöhnen, haben sich die Waschbären mittlerweile in großen Teilen Europas ausgebreitet und konkurrieren die einheimischen Wildtiere.

Quelle: PM Tierpark Goldau